| Veranstaltung: | LDK-Emden 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5. Weitere Anträge |
| Antragsteller*in: | LAG Gesundheit und Pflege (dort beschlossen am: 24.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 29.03.2026, 14:14 |
wA5: Ausbildungserfolg sichern – Betriebssozialarbeit in der Pflegeausbildung jetzt landesweit stärken!
Antragstext
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen setzen sich dafür ein, die Abbruchquoten in
der Pflegeausbildung durch die flächendeckende Implementierung und Finanzierung
von Betriebssozialarbeit zu senken. Das Ziel muss eine dauerhafte Verstetigung
anstelle von zeitlich befristeten Modellprojekten und auch eine begleitende
Evaluation zur Qualitätssicherung sein.
Insbesondere vor dem Hintergrund der Reform der Pflegefachassistenzausbildung
muss das Land sicherstellen, dass Auszubildende in der neuen, trägergestützten
Struktur nicht allein gelassen werden.
Wir fordern eine verbindliche Strategie, die Betriebssozialarbeit als festen
Bestandteil der Ausbildungskultur in der Pflege etabliert. Wir müssen die
Auszubildenden dort abholen, wo die Belastung am größten ist: direkt an der
Schnittstelle zwischen Theorie und harter Praxis.
Begründung
In der KAP.Ni 2.0 wurde die psychosoziale Begleitung von Auszubildenden bereits als wesentlicher Faktor für die Attraktivität und Haltekraft des Berufsfeldes identifiziert. Um den Fachkräftemangel in der Pflege zu bekämpfen, dürfen wir nicht nur über Neugewinnung reden, sondern müssen die vorhandenen Potenziale schützen. Es ist Zeit, die bisherigen Modellprojekte durch eine verlässliche Landesförderung für Sozialarbeit auszuweiten und zu verstetigen.
Mit der Umstellung der Pflegefachassistenzausbildung in Niedersachsen verändert sich das Lernumfeld massiv. Bisher bot das rein schulische Setting für Auszubildende einen geschützten Raum mit engen Bezugspersonen in der Lehrerschaft.
Durch die Umstellung auf eine trägerbasierte Ausbildung verschiebt sich der Fokus: Die Bindung an die schützende Struktur der Schule nimmt ab, der direkte Kontakt und die engmaschige Begleitung durch die Schulen sinkt und der psychische und physische Druck der Praxis wirkt unmittelbarer auf die oft jungen oder umschulenden Auszubildenden ein.
Ohne kompensierende Unterstützung droht hier eine Welle von Ausbildungsabbrüchen, die wir uns angesichts des Pflegenotstands nicht leisten können.
Modellprojekte haben nachweislich gezeigt, dass Betriebssozialarbeit eine Brückenfunktion einnimmt. Sie bietet Hilfe bei privaten Belastungen und Krisen, Konflikten im Team oder mit Praxisanleitungen sowie bei Sprachbarrieren und Lernschwierigkeiten. Betriebssozialarbeit ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Präventivmaßnahme gegen den Ausbildungsabbruch. Wenn Auszubildende eine neutrale, professionelle Anlaufstelle außerhalb der Hierarchie des Pflegedienstes oder Heimes haben, steigt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses signifikant.