| Veranstaltung: | LDK-Emden 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5. Weitere Anträge |
| Antragsteller*in: | LAG Energie & Atom (dort beschlossen am: 07.04.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 09.04.2026, 12:23 |
wA13: Fossile Abhängigkeiten beenden und Fracking stoppen - in Niedersachsen und anderswo!
Antragstext
Die aktuelle Lage macht es dringlicher denn je, dass wir die Energiewende in
Richtung 100% erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus fossilen Energien wie
Gas, Kohle und Öl beschleunigen. Nur der Ausbau von erneuerbaren Energien,
Speichern und erneuerbaren Wärmequellen sind eine verlässliche Möglichkeit, um
uns unabhängiger zu machen, eine klimaneutrale Zukunft zu garantieren und die
Kosten für Menschen und Industrie zu senken. Jede Investition in fossile
Infrastruktur oder Ausweitung von fossiler Öl- und Gasförderung ist teuer,
klimapolitisch fatal und schafft Strukturen der Vergangenheit. Daher kämpfen wir
für einen beschleunigten Ausbau der Energie- und Wärmewende.
Wir von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen die Erdgasförderung mit der Fracking-Methode
als große Gefahr, die zu Umweltkatastrophen mit Chemikalien,
Grundwasserverschmutzungen, hoch klimaschädlichen Methan-Austritten und auch
Erdbeben führen kann. Besonders die Menschen in Niedersachsen würden darunter
leiden, da hier ein Großteil der Schiefergas-Vorkommen vermutet werden und
deshalb lehnen wir jegliche Forderungen nach Fracking bei uns und anderswo ab.
Weitergehend erkennen wir an, dass auch in der Lieferkette von Flüssigerdgas
(LNG) dieses Erdgas hauptsächlich mit der Fracking-Methode in den USA gefördert
wird und dass es dort auch zu den oben genannten und weiteren Problemen kommt.
Unter anderem wird auch direkt in Wohnsiedlungen oder auf heiligen indigenen
Gebieten Fracking betrieben, es gibt immer wieder Störfälle und vor allem
einkommensschwache und People of Color Anwohnende leiden unter den
überdurchschnittlich hohen Krebsraten durch die fossile Industrie. Dies ist ein
weiterer Aspekt, warum wir uns für einen Gasausstieg mit einer beschleunigten
Energie- und Wärmewende einsetzen.
Aufgrund der aktuellen fossilen Krise durch den Handelsstreit mit den USA und
den aktuellen Kriegen sehen wir Grüne unsere weiterhin hohen Abhängigkeiten von
Öl- und Gasimporten als Risiko für die Energieversorgung Europas und als Gefahr
für die Lebenshaltungskosten der Menschen, sowie als Gefahr für unsere
Industrie. Daraus darf aber nicht die Folgerung sein, hier in Deutschland mehr
Erdgas mit der Fracking-Methode zu fördern, sondern wir setzen uns verstärkt für
einen Ausbau der erneuerbaren Energien und für einen sozial gerechten
Gasausstieg ein, um uns unabhängiger zu machen.
Wir werden Niedersachsen unabhängig von fossilen Energieträgern und -importen
machen mit einem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und
Energiesparmaßnahmen. Wir verpflichten uns, Niedersachsens Energiebedarf bis
spätestens 2040 zu 100% aus erneuerbaren Energien zu decken. Im Jahr 2035 werden
wir bereits 90% erreichen. Die zukünftige Nutzung von Erdgas und Erdöl, sowie
die Förderung müssen sich an den Klimazielen ausrichten. Wir setzen uns beim
Bund dafür ein, die Nutzung und Förderung von Erdgas und Erdöl schnellstmöglich
mit Blick auf die Klimaziele zu beenden.
Angesichts des Ausbaus der erneuerbaren Energien fordern wir eine Überprüfung
der bestehenden und zukünftigen Kapazitäten für LNG-Terminals in Deutschland, um
fossile Überkapazitäten und Lock-In-Effekte zu vermeiden. Dazu gehört auch zu
prüfen, ob das in Wilhelmshaven geplante feste Terminal nicht ausschließlich für
den Import von Ammoniak als grünen Wasserstoff-Derivat genutzt werden sollte.
Die Nutzung von CCS und CCU sehen wir sehr kritisch.
Wir sprechen uns aus, dass Wilhelmshaven eine Drehscheibe für grünen Wasserstoff
werden soll, dazu gehören Wasserstoff-Elektrolyseure für grünen Wasserstoff aus
erneuerbaren Strom und der Import insbesondere für Ammoniak, um grünen
Wasserstoff als Derivat für unsere Industrie zu nutzen, statt fossiles Erdgas zu
importieren.
Wir wenden uns gegen jegliche Abschwächung des Naturschutz- des Umweltrechtes
und der FFH- und Vogelschutzrichtlinie zu gunsten von Industrieprojekten. Wir
setzen uns dafür ein, dass bei der Flächennutzung vorrangig bereits versiegelte
Flächen wie alte Industrieflächen für weitere geplante Projekte genutzt werden.
Wir Mitglieder und Funktionsträger*innen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen uns
deshalb auf allen Ebenen unseres politischen Wirkens dafür ein, dass …
● kein Fracking hier in Niedersachsen oder anderswo in Deutschland erlaubt wird
und das Fracking-Verbot dauerhaft bleibt.
● ein Ammoniak-Importterminal für grünen Wasserstoff gebaut wird und wir sehen
CCS/CCU kritisch.
● keine Aufweichung von Umwelt- und Naturschutzstandards stattfindet.
● die Abhängigkeiten von fossilen Gasen insbesondere von Fracking-LNG
schnellstmöglich durch einen rapiden Ausbau der Energie- und Wärmewende beendet
werden.
● die EU-Methanverordung nicht aufgeweicht, sondern vollständig umgesetzt wird,
da sie ein zentrales Element der Reduzierung von Methanemissionen ist.
● der vollständige Gasausstieg auf allen Ebenen durch eine forcierte Energie-
und Wärmewende auf 2035 vorgezogen wird.