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            <title>LDK-Emden 2026: Alles</title>
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                <title>LDK-Emden 2026: Alles</title>
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                        <title>wA23: Bildung ist keine Ware – Studierende entlasten und soziale Spaltung stoppen</title>
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                        <author>GRÜNE JUGEND Niedersachsen (dort beschlossen am: 12.04.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Landesdelegiertenkonferenz möge beschließen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen setzen sich auf Landes- und Bundesebene konsequent für die Abschaffung finanzieller Hürden im Studium, für faire Arbeitsbedingungen an Hochschulen und eine solidarische, öffentlich finanzierte Hochschullandschaft ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Dazu fordern wir konkret:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><p>Semesterbeiträge abschaffen: Bildung muss kostenfrei sein.</p><p>- Sofortige und deutliche Senkung der Semesterbeiträge in Niedersachsen</p><p>- Vollständige Übernahme aller studienbezogenen Kosten durch das Land</p><p>- Perspektivische Abschaffung sämtlicher verpflichtender Semesterbeiträge</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><p>Prekäre Beschäftigung beenden: Tarifvertrag jetzt!</p><p>- Sofortige Einführung eines Tarifvertrags für studentisch Beschäftigte an allen niedersächsischen Hochschulen</p><p>- Armutsfestes, tariflich geregeltes Mindestentgelt</p><p>- Mindesvertragslaufzeiten, die Planungssicherheit garantieren</p><p>- Volle arbeitsrechtliche Absicherung inklusive Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><p>Wohnraum ist Grundrecht, auch für Studierende</p><p>- Landesweite Investitionen für studentischen Wohnraum ausbauen</p><p>- Die massive Ausweitung und dauerhafte Finanzierung des Programms “Junges Wohnen”</p><p>- Öffentliche und gemeinwohlorientierte Trägerstrukturen statt Marktlogik im studentischen Wohnen</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><p>BAföG radikal reformieren</p><p>- Aktiver Druck auf Bundesebene für eine grundlegende Systemreform des BAföG</p><p>- Elternunabhängige, existenzsichernde Ausbildungsförderung</p><p>- Massive Ausweitung des Empänger*innenkreises – BAföG muss die gesellschaftliche Realität abbilden</p><p>- Dynamische Anpassung an reale Lebenshaltungskosten</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="5"><li><p>Studierendenwerke stärken und soziale Infraktruktur ausbauen</p><p>- Auskömmliche und dynamisierte Grundfinanzierung der Studierendenwerke durch das Land</p><p>- Preisdeckel für Mensaessen und Wohnheimplätze</p><p>- Dauerhaftes Niedersachsenmenü</p><p>- Ausbau von Beratunsangeboten, insbesondere im psychosozialen Bereich</p></li></ol></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Studieren in Niedersachsen ist längst keine Frage von Motivation oder Fähigkeit mehr, sondern eine Frage des Geldes. Während Mieten explodieren, Lebensmittel teurer werden und staatliche Unterstützung hinterherhinkt, wird von Studierenden weiterhin erwartet, dass sie ein zunehmend prekäres System individuell abfedern. Das ist kein Zufall, sondern politisch gemacht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die aktuelle Hochschulfinanzierung reproduziert soziale Ungleichheit, anstatt sie zu überwinden. Wer aus einem nicht-akademischen oder einkommensarmen Haushalt kommt, hat ein deutlich höheres Risiko, ein Studium gar nicht erst aufzunehmen oder es unter enormen Druck absolvieren zu müssen. Bildungsgerechtigkeit existiert nicht unter diesen Bedingungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Gleichzeitig werden Studis systematisch zur Kasse gebeten. Höhere Semesterbeiträge, steigende Mensapreise, teure Wohnheime und fehlende staatliche Unterstützung führen dazu, dass sich der Zugang zu Bildung immer weiter privatisiert. Das lehnen wir entschieden ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bildung ist ein öffentliches Gut und keine Ware. Hochschulen dürfen nicht länger nach Marktlogik organisiert sein und die Finanzierung darf nicht auf die Schultern derjenigen abgewälzt werden, die ohnehin weniger haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch die Arbeitsbedingungen an Hochschulen spiegeln diese Schieflage wieder. Studentisch Beschäftigte halten den Betrieb am Laufen und arbeiten dabei unter prekären Bedingungen ohne ohne ausreichende Absicherung. Das nehmen wir nicht hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel. Weg von individueller Belastung hin zu solidarischer Finanzierung. Weg von sozialer Selektion hin zu echter Chancengleichheit. Eine progressive Hochschulpolitik misst sich daran, ob sie den Zugang zu Bildung für alle öffnet. Niedersachsen bleibt hier bislang hinter seinem eigenen Anspruch zurück.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 12 Apr 2026 17:19:17 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA22: Wölfe und Weidetierhaltung: der Tierschutz‑orientierte Herdenschutz als zentrales Handlungsfeld</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Wolfe-und-Weidetierhaltung-der-Tierschutz-orientierte-Herdenschutz-al-58285</link>
                        <author>LAG Tierschutzpolitik (dort beschlossen am: 09.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Wolfe-und-Weidetierhaltung-der-Tierschutz-orientierte-Herdenschutz-al-58285</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Für die Grünen in Niedersachsen hat der Individualtierschutz aller Tiere oberste Priorität (Tierschutzgesetz in Verbindung mit Art. 20a GG als Staatsziel). Wir fordern daher: </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Herdenschutz von Weidetieren durch wolfsabweisende Zäune ist ein Erfolgskonzept und hat grundsätzlich Vorrang vor jedweden Eingriffen wie der Tötung von Wölfen, auch bei Hobbyhaltungen von Weidetieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Information zum Herdenschutz wird weiter intensiviert, da sich die meisten Risse in Haltungen ohne oder ohne ausreichenden Herdenschutz ereignen. Dazu sind auch besondere Aufklärungskampagnen in Regionen mit hohem Rissaufkommen erforderlich. Auch über den vermehrten Einsatz von Herdenschutzhunden wird informiert.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Definition des wolfsabweisenden Herdenschutzes (Grundschutz) wird überarbeitet, da viele Bundesländer diesen bereits seit langem mit 120 cm Mindesthöhe von Zäunen definieren und Gerichte eine Höhe von 90-105 cm vermehrt als ungenügend einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein wissenschaftliches Monitoring, bei dem offene Forschungsfragen zum Umgang mit Wölfen fortlaufend gezielt einer unabhängigen wissenschaftlichen Klärung zugeführt werden müssen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die naturschutzrechtlichen Regelungen der EU (insbes. FFH-Richtlinie Art. 14) sind auch nach Überführung des Wolfes durch den Bund in das Jagdrecht konsequent zu beachten; wolfsfreie Zonen und Bestandsobergrenzen sind unionsrechtswidrig und bieten keinen Schutz für Weidetiere.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die (Trophäen-)Aneignung des toten Wolfskörpers bleibt verboten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Rechtswidrige Jagdpraktiken und illegale Bejagung sowie Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden konsequent verfolgt und geahndet und eine noch fehlende strafrechtliche Gesetzesgrundlage dazu geschaffen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>erweiterte Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen für Regionen mit schwieriger Topographie, Deichbeweidung und extensiver Weidetierhaltung, in denen Herdenschutz mit hohem Aufwand verbunden ist.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>strikte Beachtung des Elterntierschutzes und der Rudelstrukturen bei der Bejagung von Wölfen. Bejagung führt in der Regel zu mehr Rissereignissen, wenn der Herdenschutz nicht ausreichend ist.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Einrichtung einer unabhängigen anonymen Meldestelle und einer landesweiten Aufklärungskommission (Task Force) zur illegalen Jagd auf geschützte Tierarten.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Anwesenheit von Wölfen bei uns in Niedersachsen ist durch ihre besonderen ökologischen Funktionen ein enormer Gewinn für unser Ökosystem - sie stellen uns aber auch vor neue Herausforderungen im Umgang mit Wildtieren in unserer dicht besiedelten Landschaft und dem hohen Nutzungsdruck durch uns Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der aktuelle politische Ansatz der Bundesregierung, mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes den Wolf pauschal ins Jagdrecht zu überführen, löst die Konflikte im Umgang mit ihnen leider nicht. Die Gesetzesänderung schafft dagegen neue Unsicherheiten, droht den Herdenschutz zu schwächen und die Tier- und Artenschutzpolitik zu gefährden. Die Annahme, dass eine Bejagung des Wolfes die Zahl der zu Schaden kommenden Weidetiere senkt oder zu einem Meidungsverhalten der Wölfe gegenüber Herden führen würde, ist bereits durch mehrere Studien in Zweifel gezogen worden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch behaupten Jagd- und Nutzerverbände, dass eine kontrollierte legale Jagd auf geschützte Tiere die Zahl illegaler Tötungen eindämmen könne. Die Bejagung geschützter Tiere in Deutschland ist jedoch bereits omnipräsent: viele Tiere verschwinden eher spurlos, aber die Praktiken illegaler Tötungen, wie der Fall eines gequälten Wolfes in Treuenbrietzen, führen uns konkret vor Augen, welche Bereitschaft zu Tierschutzvergehen es zu geben scheint.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Gesetzentwurf der Bundesregierung verstieß laut einem Rechtsgutachten in wesentlichen Punkten gegen geltendes EU-Recht. Gleichzeitig versäumte die Bundesregierung, wirksame Schritte vorzunehmen, um die Weidetierhaltung wirklich zu stärken, indem bundesweit Mittel bereitgestellt und einheitliche Regelungen geschaffen werden. Nur diese Maßnahmen führen dazu, dass die Zahl der Risse maßgeblich minimiert wird, und stellen die Weichen für einen vermehrten Schutz von Weidetieren vor Wolfsübergriffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Studien aus der Wildtierökologie und Soziologie belegen, dass die Bejagung großer Beutegreifer nicht zu friedlicher Koexistenz führt, sondern oft nur Symbolpolitik ist und Konflikte sogar verschärft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wichtige Ansätze für die Akzeptanz der Anwesenheit von Wölfen sind daher immer professionelle Präventions- und Ersatzprogramme vor und nach Nutztierrissen, um gesellschaftliche Akzeptanz für die Tiere und einen finanziellen Ausgleich für Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter zu schaffen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 12 Apr 2026 15:15:14 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ww2: Dürrefonds für Landwirtschaft und Umwelt</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/durrefonds-fur-landwirtschaft-und-umwelt-12353</link>
                        <author>LAG Landwirtschaft, Forst und Ländliche Räume (dort beschlossen am: 10.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/durrefonds-fur-landwirtschaft-und-umwelt-12353</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der prognostizierten Zunahme des Bewässerungsbedarfs in der Landwirtschaft – von etwa 250 (2020) auf 600 (2050) Millionen Kubikmeter pro Jahr – muss mit weitreichenderen Maßnahmen entgegengetreten werden, als sie bisher umgesetzt oder geplant werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um Wälder und wasserabhängige Ökosysteme zu schützen, muss in Dürresommern eine behördliche Einschränkung der Feldberegnung gegenüber den wasserrechtlichen Erlaubnissen ermöglicht werden, die aktuell nur im 10-Jahresmittel eingehalten werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um landwirtschaftliche Betriebe dafür angemessen zu entschädigen, soll ein Dürrefonds eingerichtet werden. Um den Entschädigungsbedarf zu begrenzen, müssen behördliche Einschränkungen der Feldberegnung nach Anbaufrüchten differenziert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mittel für einen Dürrefonds sollen zumindest anteilig über eine Anhebung der Wasserentnahmegebühr für Grundwasserentnahmen zur Feldberegnung (aktuell 1,6 Cent je Kubikmeter; zum Vergleich: Wassserwerke zahlen 17 Cent) erbracht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die grüne Landtagsfraktion und die Landesregierung werden aufgefordert, die Details dazu in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, Verbänden und der Parteiöffentlichkeit auszuarbeiten. Darüberhinaus ist eine länderübergreifende Abstimmung im Bundesrat zu suchen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Landwirtschaft braucht Wasser und die Natur braucht Wasser. Knapp wird es für beide im Sommer, und in Zukunft noch mehr, als jetzt. Denn wir erwarten eine Zunahme von Winterregen und eine Abnahme der mittleren Niederschläge im Sommer.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Zunahme des mittleren Beregnungsbedarfes, wie sie unter der Vorgängerregierung (2022) im Wasserversorgungskonzept dargestellt wurde, übersteigt die Belastbarkeit der Natur. Erst recht in Dürresommern, wo die tatsächlichen Entnahmen ein Mehrfaches betragen. Die Möglichkeiten wassersparender Bewässerungstechniken sind sehr begrenzt, flächenhaft nicht finanzierbar, und teils mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, z.B. mit erheblichen Mengen Kunststoffschläuchen oder Folien. Solche Techniken sind nur für kleinflächige Sonderkulturen (z.B. Gemüse) eine Option.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das gleiche gilt für den Bau von Speicherbecken, die das Wasser vom Winter in den Sommer hinüberretten sollen und deshalb eine Abdichtung nach unten und ggf. (je nach Tiefe) einen Verdunstungsschutz benötigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die gegenwärtige Wasserentnahmegebühr für die Feldberegnung beläuft sich je Hektar, mit Bezug auf eine wasserrechtlichen Erlaubnis von üblicherweise 80 mm = 800 Kubikmeter, auf 12,80 €. Das ist kein Entscheidungskriterium für eine Einschränkung der Feldberegnung. Vielmehr wird die Feldberegnung in Trockenzeiten momentan im Wesentlichen durch den Aufwand für das Umsetzen der Maschinen begrenzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine Anhebung der Wasserentnahmegebühr könnte das ändern. Dabei ist die Belastbarkeit der Betriebe zu berücksichtigen, was auch eine länderübergreifende Abstimmung erfordert. Durch die Gebührenerhöhung würde im Wesentlichen die Beregnung der Kulturen vermindert werden, für die eine Feldberegnung nur einen geringen wirtschaftlichen Vorteil bringt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dass für die Feldberegnung aktuell weniger als ein Zehntel des Betrags abzuführen ist, den die Wasserwerke zahlen, wirderspricht dem Gerechtigkeitsempfinden. Zumal Wasser für die Feldberegnung in den auch für wasserabhängige Ökosysteme besonders kritischen Sommermonaten entnommen wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wenn in Dürresommern die Feldberegnung (über ein nur begrenzt wirksames Verbot der Beregnung am Tage) behördlich eingeschränkt wird, müssen Mittel für die Entschädigung betroffener Betriebe bereitstehen. Hierzu dient die vorgeschlagene Einrichtung eines Dürrefonds, der nur in Trockenjahren beansprucht wird.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 12 Apr 2026 12:02:22 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA21: Erkundungs- und Abbauarbeiten im Erlaubnisfeld &quot;Unterweser I&quot; verhindern</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Erkundungs-und-Abbauarbeiten-im-Erlaubnisfeld-Unterweser-I-verhinde-25830</link>
                        <author>OV Lilienthal/ OV Grasberg (dort beschlossen am: 09.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Erkundungs-und-Abbauarbeiten-im-Erlaubnisfeld-Unterweser-I-verhinde-25830</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Beschlussvorschlag</strong><br>
Die LDK möge beschließen:<br>
1. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen lehnt die geplante Aufsuchung von<br>
Erdgasvorkommen im Erlaubnisfeld „Unterweser I“ in den Landkreisen Landkreis<br>
Osterholz, Landkreis Rotenburg (Wümme) und Landkreis Verden entschieden ab.<br>
2. Die grüne Landtagsfraktion und die Landesregierung werden aufgefordert, sich gegenüber dem<br>
zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) dafür einzusetzen, dass im<br>
Erlaubnisfeld „Unterweser I“ ausfindig gemachte Lagerstätten nicht die Bewilligung zur<br>
Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen (Bewilligungsfeld) erteilt wird.<br>
3. Sollte eine Erlaubnis dennoch erteilt werden, sind sämtliche weiteren Genehmigungsschritte<br>
(insbesondere seismische Untersuchungen und Probebohrungen) konsequent zu verhindern.<br>
4. Die Partei solidarisiert sich mit zivilgesellschaftlichem Engagement vor Ort, insbesondere mit<br>
Initiativen wie No Moor Gas.<br>
5. Die Landespartei setzt sich dafür ein, dass Niedersachsen seine Energiepolitik konsequent auf<br>
erneuerbare Energien ausrichtet und keine neuen fossilen Abhängigkeiten schafft.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Begründung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Energieunternehmen Vermilion Energy plant über seine deutsche Tochter, die Vermilion Energy Germany GmbH &amp; Co. KG, die Erkundung möglicher Erdgasvorkommen im sogenannten Erlaubnisfeld „Unterweser I“. Das Gebiet umfasst weite Teile der Landkreise Osterholz, Rotenburg (Wümme) und Verden und liegt in unmittelbarer Nähe sensibler Moor- und Naturräume sowie dicht besiedelter Regionen.<br>
Zwar handelt es sich formal <span class="underline">zunächst nur um eine Aufsuchungserlaubnis </span>(<a href="https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/aufsuchung-von-kohlenwasserstoffen-in-niedersachsen-wird-ausgeweitet-lbeg-teilt-drei-erlaubnisfelder-zu-249928.html">https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/aufsuchung-von-kohlenwasserstoffen-in-niedersachsen-wird-ausgeweitet-lbeg-teilt-drei-erlaubnisfelder-zu-249928.html</a>), doch erfahrungsgemäß sind solche Verfahren der erste Schritt hin zu <span class="underline">konkreten Förderprojekten</span>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die geplanten Aktivitäten stehen im klaren Widerspruch zu den Klimazielen Deutschlands und Niedersachsens sowie zum<br>
Selbstverständnis von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als Klimaschutzpartei.<br>
Die Erschließung neuer fossiler Energiequellen ist mit dem Ziel der Klimaneutralität unvereinbar.<br>
Stattdessen müssen alle politischen und wirtschaftlichen Ressourcen auf den Ausbau erneuerbarer Energien und die Reduktion des Energieverbrauchs konzentriert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Darüber hinaus bestehen erhebliche Risiken für Umwelt und Bevölkerung:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>• mögliche Verunreinigungen von Grundwasser und Böden<br>
• Gesundheitsrisiken für Anwohner*innen<br>
• potenzielle seismische Aktivitäten (Erdbeben)<br>
• Beeinträchtigung sensibler Moor- und Naturlandschaften.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Nicht zuletzt zeigt die Vergangenheit, dass wirtschaftliche Erfolgsaussichten unsicher sind: Das Unternehmen Wintershall Dea (heute Harbour Energy) hatte das Erlaubnisfeld „Unterweser“ bereits 2020 zurückgegeben, da die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlich nutzbarer Funde als gering eingeschätzt wurde.<br>
Die erneute Initiative eines anderen Unternehmens verdeutlicht, dass ohne <span class="underline">klare politische </span><span class="underline">Leitplanken</span> weiterhin versucht wird, fossile Projekte voranzutreiben. Selbst dort, wo sie ökologisch riskant und ökonomisch fragwürdig sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Gleichzeitig formiert sich vor Ort erneut breiter Widerstand. Die Sorgen der Bürger*innen und Initiativen wie &quot;NoMoorGas&quot; sind ernst zu nehmen und politisch zu unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Fazit</strong><br>
Die geplanten Erdgaserkundungen im Gebiet „Unterweser I“ sind klimapolitisch rückwärtsgewandt, ökologisch riskant und energiepolitisch unnötig. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen muss hier klar Position beziehen und sich entschieden gegen neue fossile Projekte stellen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 11 Apr 2026 15:51:46 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA20: Echte Dekarbonisierung statt Greenwashing von Erdgas: Kein Freifahrtsschein für US-LNG, CCS und CO2-Speicherung durch das „NetZeroValley Nordwest“</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Echte-Dekarbonisierung-statt-Greenwashing-von-Erdgas-Kein-Freifahrtss-25073</link>
                        <author>Sabrina Neugebauer (KV Leer/Ostfriesland)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Echte-Dekarbonisierung-statt-Greenwashing-von-Erdgas-Kein-Freifahrtss-25073</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die industrielle Transformation in Niedersachsen braucht einen klaren klimapolitischen Kompass. Priorität haben Energieeinsparung, Effizienz, direkte Elektrifizierung, Ausbau erneuerbarer Energien, Speicher, Netze, konsequente Wärmewende, Kreislaufwirtschaft und effizienter Flächeneinsatz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Vorhaben „NetZeroValley Nordwest“ (NZV NW) erfüllt diesen Anspruch in seiner bisher dargelegten Form nicht. Es bündelt Transformationsvorhaben mit Projekten, die fossile Pfadabhängigkeiten verlängern, neue Importabhängigkeiten schaffen, den Aufbau großskaliger CO₂- und LNG-Infrastrukturen vorantreiben und geopolitische Risiken bergen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">Die Landesdelegiertenkonferenz beschließt Folgendes: </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Unterstützung des NetZeroValley Nordwest erfolgt ausschließlich unter folgenden Bedingungen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li>Für alle Vorhaben im NetZeroValley Nordwest gilt der Grundsatz:</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Vermeidung von Emissionen und Effizienzsteigerung statt Verlagerung und Abscheidung</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Direkte Elektrifizierung vor Wasserstoff und synthetischen Energieträgern</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Erneuerbare Energien müssen fossile Brennstoffe verdrängen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Versiegelte, industriell vorbelastete oder infrastrukturell vorgeprägte Flächen haben absoluten Vorrang vor Natura-2000-relevanten, Moor-relevanten und ökologisch hochwertigen Flächen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li>Gefördert und privilegiert durch das NetZeroValley Nordwest werden ausschließlich Vorhaben, die mit dem Ziel der Reduktion fossiler Abhängigkeiten konform sind.<br>
Unterstützt werden zukünftig nur:</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Effizienzsteigerungen, Elektrifizierung von Wärme, Mobilität und Industrie, sowie küstennaher Schifffahrt auf Basis Erneuerbarer Energien, Netzausbau und netzdienliche Flexibilitäten, Batterie- und Wärmespeicher, Abwärmenutzung und klimaneutrale Wärmesysteme, Lastmanagement und Intelligente Netze. Grüner Wasserstoff soll nur dort eingesetzt werden, wo direkte Elektrifizierung nicht praktikabel ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li>Nicht unterstützt werden zukünftig:</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wasserstoffproduktion auf Basis von Erdgas (fossiler, blauer oder „CO₂-armer“ Wasserstoff), Import- und Terminalprojekte zur Anlandung zusätzlicher fossiler Gase, CO₂-Infrastrukturen, die nicht eng auf technisch unvermeidbare Prozessemissionen begrenzt sind. (CCS und CCU dürfen weder in der Energiewirtschaft noch zur Rechtfertigung neuer Gas-, Reformer-, Import- oder Terminalprojekte priorisiert werden)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li value="4">Die Landesregierung soll maximale Transparenz herstellen und öffentlich zugänglich dokumentieren, welche Vorhaben im NetZeroValley auf welche Art unterstützt werden und welchen Beitrag sie tatsächlich zur Emissionsminderung und zur Erreichung der im Koalitionsvertrag von rot-grün festlegten Abbaupfade zur Erreichung der Emissionsminderungsziele leisten. Zudem sollen Lock-In-Risiken und Importabhängigkeiten der einzelnen Vorhaben bewertet werden.</li></ol></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Antrag des KV Emsland benennt zwar Risiken des NetZeroValley (NZV), das reicht aber nicht aus, weil die strategischen Konfliktfelder des Vorhabens in seiner jetzigen Form nicht vollständig erfasst werden. Die Antragsunterlagen des NZV, die Kommunikation der Vorhabenträger und weitere vorliegende Dokumente zeigen klar, dass CCS und CO₂-Speicherung nicht auf technisch unvermeidbare Restemissionen begrenzt werden. Vielmehr gehören Wasserstoffproduktion aus Erdgas und der Einsatz von CCS im Energiesektor zum Kern des NetZeroValley Nordwest (NZV-NW). Zudem beantwortet der Antrag des KV Emsland zentrale Fragen zu Transparenz, Importabhängigkeiten, fossilen Lock-in-Risiken, demokratischer Kontrolle und der verbindlichen Priorität von Effizienz und direkter Elektrifizierung nicht ausreichend. Deshalb braucht es über den Emsland-Antrag hinaus klare Ausschlusskriterien und eine eindeutige Ausrichtung auf tatsächlich fossilfreie Transformation.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das NZV-NW wird öffentlich als Modellvorhaben für klimaneutrale Industriepolitik dargestellt. Die offiziellen Unterlagen zeigen jedoch keinen klar priorisierten Transformationsplan, sondern ein Bündel sehr unterschiedlicher Vorhaben, in denen fossile Projekte eine zentrale Rolle spielen. Genannt werden ausdrücklich auch Anlagen zur Wasserstoffproduktion aus Methan, CO₂-Terminals, CO₂-Speicher und CO₂-Pipelines. Damit werden neue Infrastrukturen für fossile Gasimporte und CCS mit erneuerbaren Energien und tatsächlichen Klimaschutztechnologien in einen gemeinsamen Förderrahmen gestellt. Broschüren des Energy Hub Wilhelmshaven dokumentieren zudem die Absicht, „CO₂-armen Wasserstoff unabhängig vom Erzeugungspfad“ zu produzieren, und fordern die „schnellstmögliche Etablierung von CO₂-Abscheidung als Dekarbonisierungsoption“. Ein NetZeroValley, das als grüne Fassade<a href="#_ftn1"><sup><sup>[1]</sup></sup></a> für fossile Geschäftsmodelle dient, kann nicht im Interesse Grüner Politik sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Hinzu kommt ein gravierendes Demokratie- und Verfahrensproblem. Das NZV ist nicht Ergebnis einer breiten öffentlichen, kommunalen oder parteiinternen Debatte über Alternativen, Zielkonflikte und rote Linien, sondern eines intransparenten Top-down-Prozesses. Der Antrag setzt auf beschleunigte Genehmigungen, oberflächliche „Praxischecks“, rechtliche Vereinfachungen und die Möglichkeit, Vorhaben als Projekte von überragendem öffentlichem Interesse einzustufen. Das schwächt die Position von Kommunen, Umweltverbänden und Öffentlichkeit gegenüber den Interessen der großen Industrie.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Besonders alarmierend sind Äußerungen von Marco Alverà, Geschäftsführer von TES (Tree Energy Solutions), einem zentralen Vorhabenträger im NZV. In der US-Presse<a href="#_ftn2"><sup><sup>[2]</sup></sup></a><a href="#_ftn3"><sup><sup>[3]</sup></sup></a> wirbt er offen für Wilhelmshaven als Ausbauknoten für US-LNG: <em>„If Europe is serious about doing a trade deal with Trump on more LNG, Wilhelmshaven is the only place in Europe that can be significantly expanded</em>.“ An anderer Stelle heißt es, große LNG-Lieferungen aus den USA nach Wilhelmshaven könnten Milliardenumsätze bringen und helfen, die Handelslücke zwischen der EU und Präsident Trump zu verringern. Zugleich wurde berichtet, Alverà habe bei mehreren EU-Kommissar*innen für eine „<em>strategic gas reserve</em>“ geworben, die zusätzliche langfristige LNG-Käufe absichern und Handelsgespräche unterstützen solle.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Diese Aussagen zeigen unmissverständlich, dass das Zentrum des NZV, Wilhelmshaven, als geopolitischer Anlandungs- und Ausbaupunkt für US-LNG beworben wird. Die aktuelle Weltlage, die Risiken neuer fossiler Abhängigkeiten, mögliche Verwerfungen durch die Lage an der Straße von Hormus und die fortgesetzten Drohgebärden der US-Administration müssten bei Vorhaben dieser Tragweite zu besonderer Vorsicht führen. In seiner vorliegenden Form leistet das NZV keinen überzeugenden Beitrag zu Energiesicherheit, Dekarbonisierung oder dem Abbau fossiler Abhängigkeiten. Im Gegenteil: Es birgt das Risiko, fossile Bindungen und damit politische Erpressbarkeit weiter zu verstärken. Deutschland sollte aus den Fehlern der Vergangenheit<a href="#_ftn4"><sup><sup>[4]</sup></sup></a> lernen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="#_ftnref1"><sup><sup>[1]</sup></sup></a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=P1JvS0ArNwQ">https://www.youtube.com/watch?v=P1JvS0ArNwQ</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="#_ftnref2"><sup><sup>[2]</sup></sup></a><a href="https://www.nytimes.com/2025/06/11/business/russia-germany-gas-lng.html">https://www.nytimes.com/2025/06/11/business/russia-germany-gas-lng.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="#_ftnref3"><sup><sup>[3]</sup></sup></a><a href="https://www.ft.com/content/6e1e76d2-8813-4f70-8431-e2c1b4bd3440?syn-25a6b1a6=1">https://www.ft.com/content/6e1e76d2-8813-4f70-8431-e2c1b4bd3440?syn-25a6b1a6=1</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="#_ftnref4"><sup><sup>[4]</sup></sup></a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=UBNhZeZodXg">https://www.youtube.com/watch?v=UBNhZeZodXg</a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 21:10:08 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA19: Flächendeckende und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen im ländlichen Raum Niedersachsens sicherstellen</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Flachendeckende-und-bedarfsgerechte-Gesundheitsversorgung-fur-trans-30105</link>
                        <author>LAG Queer (dort beschlossen am: 08.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Flachendeckende-und-bedarfsgerechte-Gesundheitsversorgung-fur-trans-30105</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die medizinische Versorgungssituation für trans*, inter* und nicht-binäre (TIN*)<br>
Menschen in Deutschland ist unzureichend, besonders in ländlichen Regionen. Auch<br>
in Niedersachsen sind spezialisierte Fachpraxen und therapeutische Angebote fast<br>
ausschließlich in den Oberzentren (wie Hannover, Braunschweig oder Oldenburg) zu<br>
finden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dies ist nicht nur während der oft &gt;3-5 jährigen Transitionsphase problematisch,<br>
sondern auch bei der in der Regel lebenslangen endokrinologischen, urologischen<br>
bzw. gynäkologischen Betreuung, sowie der Nachsorge nach geschlechts- oder<br>
körperangleichenden Eingriffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für Betroffene im ländlichen Raum bedeutet dies:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Lange Anfahrtswege:</strong> Patient*innen müssen oft stundenlange Fahrten für<br>
kurze Konsultationen oder psychotherapeutische Gespräche auf sich nehmen,<br>
insbesondere bei Hormontherapien, Verlaufskontrollen oder<br>
Nachuntersuchungen nach medizinischen Eingriffen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Mangelnde Fachkompetenz vor Ort:</strong> Es fehlt an Haus- und Fachärzt*innen, die<br>
spezifische Behandlung von trans*, inter* oder nicht-binären Personen<br>
(z.B. Hormontherapie, post-operative Versorgung) begleiten können oder<br>
wollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Diskriminierung und Unwissen:</strong> In der allgemeinen Gesundheitsversorgung<br>
(z.B. Notaufnahmen, Kardiologie, Orthopädie) fehlt es oft an grundlegender<br>
Sensibilisierung für die Lebensrealitäten von trans*, inter*, nicht-<br>
binären und queeren Menschen.<br>
Dies führt zu unangemessener Behandlung, Misstrauen und einer erhöhten<br>
psychischen Belastung bei den Betroffenen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wie bereits im Landtagsantrag „Queeres Leben in Niedersachsen sichtbar machen“<br>
(Drs. 19/2752) im Jahr 2023 festgestellt wurde, sind Beratungs- und<br>
Unterstützungsangebote in Niedersachsen “noch nicht flächendeckend verfügbar”.<br>
Dies gilt in besonderem Maße für die medizinische Versorgung von LSBTIQ*-<br>
Menschen insgesamt.<br></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Aus diesem Grund setzen wir, Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen, uns dafür ein,<br>
die medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung von trans*, inter*,<br>
nicht-binären und queeren Menschen (LSBTIQ*) in den ländlichen Regionen<br>
Niedersachsens nachhaltig zu verbessern. Wir fordern die Landesregierung auf, im<br>
Zuge der Umsetzung des Landesaktionsplans Queer ein entsprechendes Konzept zu<br>
entwickeln und dessen Umsetzung zu fördern.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein solches Konzept sollte sich an erfolgreichen Modellen wie dem E-Health-<br>
Projekt „i2TransHealth“ (UKE Hamburg) sowie an niedersächsischen<br>
Forschungsansätzen (z.B. Projekt „DiVerso“, Universität Oldenburg) sowie dem<br>
Projekt „Trans*PARI“ des Queeren Netzwerks Niedersachsen (QNN) zur Etablierung<br>
lokaler Versorgungsnetzwerke orientieren. Ebenso sollte ein solches Konzept<br>
insbesondere folgende Bausteine zur Überführung in die Regelversorgung<br>
beinhalten:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Aufbau eines Netzwerks regionaler „Stützpunktpraxen“.</strong> Qualifizierung und<br>
Zertifizierung von niedergelassenen Praxen (z.B. Hausarzt-,<br>
gynäkologische, urologische Praxen) als lokale Anlaufstellen für die<br>
trans*- und inter*-spezifische Grundversorgung. Dabei sollen Synergien mit<br>
Projekten wie „Trans*PARI“ genutzt werden, um die Kooperation zwischen<br>
Peer-Beratung und medizinischen Praxen zu stärken.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Telemedizinische Fachkonsultationen.</strong> Schaffung einer Struktur, über die<br>
sich die regionalen Stützpunktpraxen sowie Patient*innen bei Bedarf<br>
niedrigschwellig mit spezialisierten Fachzentren (z.B. Endokrinologie,<br>
Psychotherapie, Chirurgie) per Video oder Tele-Konsil austauschen können,<br>
um auch bei seltenen oder komplexen Fragestellungen, etwa zu<br>
Körpervariationen oder hormonellen Besonderheiten, eine fachgerechte<br>
Beratung sicherzustellen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Ausbau von Videosprechstunden.</strong> Die Nutzung von Videosprechstunden für<br>
reine Gesprächs- und Beratungstermine (z.B. psychotherapeutische<br>
Sitzungen, Konsultationen, Verlaufsgespräche) in den Praxen vermeidet und<br>
reduziert lange Anfahrtswege für Patient*innen.<br>
Auch die Kombination von Stützpunktpraxen und Videosprechstunden, z.B.<br>
Blutentnahme vor Ort und Bewertung / Besprechung durch entfernte<br>
Fachpraxis.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Queersensible Fortbildungen.</strong> Entwicklung und Förderung von<br>
Fortbildungsangeboten für <em>alle</em> medizinischen Fachkräfte (auch außerhalb<br>
der trans*-spezifischen Versorgung), um einen diskriminierungsarmen und<br>
angemessenen Umgang mit den Bedarfen von LSBTIQ*-Patient*innen zu<br>
gewährleisten.<br>
Hierzu gehören auch Grundlagenwissen zu körperlicher Vielfalt von inter*<br>
Menschen und der respektvolle Umgang mit queeren Personen im allgemeinen,<br>
da viele Ärzt*innen und Praxisteams bislang kaum Erfahrung oder Kenntnisse<br>
im Umgang mit trans*- und inter*geschlechtlichen Patient*innen haben.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="5"><li><strong>Strukturierte Integration bestehender Fort- und Weiterbildungsprogramme.</strong><br>
Wie zum Beispiel Intrahealth.de – “inter* und trans* Menschen im Fokus der<br>
allgemeinen Gesundheitsversorgung” und die Angebote der Akademie<br>
Waldschlösschen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="6"><li><strong>Fachliche Begleitung, Evaluation und Verstetigung. </strong>Wissenschaftliche<br>
Begleitung zur Verbesserung und Bewertung von Wirksamkeit, Akzeptanz und<br>
Wirtschaftlichkeit. Die Erkenntnisse aus regionalen Vernetzungsprojekten<br>
wie Trans*PARI sollen hierbei aktiv einfließen, um praxisnahe Konzepte für<br>
den ländlichen Raum zu sichern. Überführung in die Regelversorgung und<br>
ggf. Ausweitung auf weitere Versorgungsbereiche und vulnerable Gruppen,<br>
Menschen mit Behinderung und Personen mit Migrations- oder<br>
Fluchterfahrung.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="7"><li><strong>Unterstützung durch Verbände und Gremien des Gesundheitssystems.</strong> U.a.<br>
Erarbeitung von integrierten Versorgungskonzepten, um regionale Defizite<br>
und zahlenmäßig seltene Bedarfe auszugleichen, bspw. Beginn von<br>
Hormontherapien oder die kontinuierliche Begleitung nach medizinischen<br>
Maßnahmen, die Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsmerkmalen<br>
betreffen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die notwendige Beteiligung von medizinischem Personal an diesem<br>
Versorgungsmodell zu gewährleisten, sollten aus unserer Sicht auch klare Anreize<br>
geschaffen werden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Teilnahme an den Qualifizierungsmaßnahmen für Stützpunktpraxen als auch für<br>
die allgemeine Sensibilisierung sollte konsequent als „Continuing Medical<br>
Education“ (CME) zertifiziert und mit Fortbildungspunkten hinterlegt werden.<br>
Dabei sollen Fortbildungsinhalte zu trans*, inter* und nicht-binären<br>
Patient*innen sowie zu einem barrierearmen, diskriminierungsfreien Zugang<br>
möglichst verpflichtend berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Landesregierung sollte sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung<br>
Niedersachsen (KVN) und auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die<br>
telemedizinischen Leistungen (Video-Konsultation, telemedizinisches Konsil<br>
zwischen Ärzt*innen) sicher und kostendeckend über den Einheitlichen<br>
Bewertungsmaßstab (EBM) und die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet<br>
werden können. Viele Bausteine (wie die GOP für Videosprechstunden) existieren<br>
bereits und sollten deshalb auch für dieses Konzept gezielt genutzt und beworben<br>
werden. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Leistungen gelegt werden, die eine<br>
wohnortnahe Versorgung von trans*, inter* und nicht-binären Menschen<br>
ermöglichen, da diese Gruppen bisher häufig auf spezialisierte Zentren<br>
angewiesen sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für den Aufbau und Betrieb von (IT-)Infrastruktur, Verwaltung, Aufklärung und<br>
Bekanntmachung sollten entsprechende Mittel aus dem Gesundheitsbudget zur<br>
Verfügung gestellt werden. Hierzu gehören auch barrierefreie digitale Angebote,<br>
mehrsprachige Informationsmaterialien und Aufklärungsprojekte, die trans*,<br>
inter* und nicht-binäre Menschen gleichermaßen ansprechen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen könnte Niedersachsen eine Vorreiterrolle bei der flächendeckenden und modernen Versorgung von queeren Menschen einnehmen und die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum insgesamt stärken. Damit wird zugleich ein Beitrag zu einer inklusiven, trans*- und inter*-sensiblen und diskriminierungsfreien Gesundheitsstruktur geleistet, von der alle Patient*innen profitieren.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 21:01:37 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA18: Auf allen Ebenen an eurer Seite: Niedersachsen als Bollwerk gegen den queerfeindlichen Rollback!</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Auf-allen-Ebenen-an-eurer-Seite-Niedersachsen-als-Bollwerk-gegen-den-46598</link>
                        <author>LAG Queer (dort beschlossen am: 08.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Auf-allen-Ebenen-an-eurer-Seite-Niedersachsen-als-Bollwerk-gegen-den-46598</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die grüne Handschrift in der vergangenen Bundesregierung war deutlich: Das<br>
Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) und der Aktionsplan „Queer leben!“ waren echte<br>
Meilensteine. Doch ein Jahr unter der Regierung Merz offenbart einen<br>
gefährlichen und gezielten Rollback. Massive Kürzungen bei<br>
Demokratieförderprojekten und das Aussetzen von Aktionsplänen sind keine bloßen<br>
Sparmaßnahmen: sie sind ein politischer Angriff auf die Existenzgrundlage<br>
queerer Infrastruktur.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Grüne in Niedersachsen machen diesen Rollback nicht mit. Wir lassen uns von<br>
der rückwärtsgewandten Dynamik in Berlin nicht ausbremsen. Niedersachsen bleibt<br>
das progressive Bollwerk. Während der Bund kürzt und delegitimiert, setzen wir<br>
als Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen alles daran, auf allen Ebenen starke<br>
Akzente für Vielfalt und Sicherheit zu setzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>Im Land an eurer Seite</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern unsere grüne Landtagsfraktion und unsere Minister*innen auf, die<br>
niedersächsische Vorreiterrolle entschlossen auszubauen und sich in der<br>
Landesregierung sowie im Landtag für folgende Punkte mindestens einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Finanzierung sichern: Die Landesmittel für queere Projekte im<br>
Doppelhaushalt erhöht und endlich nachhaltig verstetigt werden. Dazu<br>
gehört eine auskömmliche Finanzierung für die Umsetzung des ersten Queeren<br>
Landesaktionsplans.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>SBGG konsequent umsetzen: Das Selbstbestimmungsgesetz in der<br>
niedersächsischen Verwaltung reibungslos und diskriminierungsfrei<br>
angewendet wird. Veraltete, binär gedachte Regelungen müssen abgeschafft werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Offenbarungsverbot wahren: Das Anlegen von Karteien mit „Deadnames“<br>
(früheren Namen) und alten Geschlechtseinträgen nach Änderungen durch das<br>
SBGG oder deren Weitergabe ist strikt zu unterlassen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Bildung stärken: Die erfolgreiche Arbeit im Kultusbereich zur<br>
geschlechtlichen Vielfalt in ihrem Umfang mindestens erhalten, wenn nicht<br>
gar ausgebaut wird.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Schutz im öffentlichen Raum: Queere Demonstrationen und Veranstaltungen in<br>
Niedersachsen sollen maximal geschützt sowie Angriffe auf die<br>
Versammlungsfreiheit konsequent verfolgt und geahndet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>Im Bund an eurer Seite</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Teil der niedersächsischen Landesregierung nutzen wir Grünen unsere Stimme<br>
im Bundesrat, um queere Rechte zu schützen und zu erhalten, indem wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns vehement gegen die Erstellung oben genannter Karteien und unnötiger Weitergabe stellen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns für die Ergänzung von Artikel 3 Grundgesetz um die Merkmale „sexuelle<br>
und geschlechtliche Identität“ starkmachen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>auf eine zügige Reform des Abstammungsrechts drängen, um den<br>
Adoptionszwang für Co-Mütter endlich zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>Vor Ort an eurer Seite</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Rollback findet in den Köpfen und direkt vor Ort statt. Unsere Antwort auf<br>
den Druck von rechts ist eine starke grüne Präsenz in den Räten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir ermutigen unsere Mitglieder, im Sinne des Vielfaltsstatuts die Perspektiven<br>
des gesamten queeren Spektrums einzubeziehen, entsprechende Personen gezielt zu<br>
fördern und sie bei aussichtsreichen Kandidaturen zu unterstützen. Wir verstehen<br>
dies nicht allein als Aufgabe unserer queeren Mitglieder, sondern als gemeinsame<br>
Verantwortung der gesamten Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern unsere Gliederungen auf, sich vor Ort im Wahlprogramm und darüber<br>
hinaus für queere Belange einzusetzen, beispielsweise durch:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Einrichtung kommunaler Queer-Beauftragter und lokaler Aktionspläne<br>
nach Landesvorbild.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Schaffung von Safer Spaces wie queere Jugendzentren und Treffpunkte<br>
sowie die (finanzielle) Unterstützung lokaler CSDs.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Sichtbare Zeichen einer wehrhaften Demokratie, wie das Hissen der<br>
Regenbogenflagge an Rathäusern (insb. zum IDAHOBIT*) oder die Installation<br>
von Regenbogenüberwegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Schaffung inklusiverer Räume, etwa durch die geschlechtsneutrale<br>
Umgestaltung von Toiletten und Umkleiden in Schulen, Bädern und<br>
öffentlichen Gebäuden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Sensibilisierung lokaler Behörden und die Förderung von<br>
Akzeptanzprogrammen in der (frühkindlichen) Bildung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die auskömmliche Finanzierung von queeren (Beratungs-)Angeboten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Landesverband unterstützt die Gliederungen hierbei aktiv mit fachlichem<br>
Input und Materialien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Uns ist bewusst: Dieser Rollback trifft nicht nur queere Menschen. Auch Frauen,<br>
migrantisierte Menschen, Jüd*innen, Menschen mit Behinderungen sowie Menschen<br>
mit weiteren Diskriminierungsmerkmalen sind bedroht. Wir verstehen diesen Antrag<br>
als einen wichtigen Impuls und erkennen an, dass alle marginalisierten Gruppen<br>
unsere volle Unterstützung brauchen. Nur gemeinsam sind wir stark.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir erleben eine Zeit, in der Errungenschaften der letzten Jahre aktiv demontiert werden. Die Kürzungen der Bundesregierung sind ein Signal an den rechten Rand, dass queere Sicherheit verhandelbar sei. In Niedersachsen ziehen wir die rote Linie: Wir werden nicht still sein, wenn die Freiheit und die Vielfalt unserer Gesellschaft bedroht wird. Wir zeigen, wie ein Land für alle aussehen kann.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 20:59:33 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA17: Dietrich-Bonhoeffer-Klinik erhalten – Versorgung suchtkranker Kinder und Jugendlicher sichern</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Dietrich-Bonhoeffer-Klinik-erhalten-Versorgung-suchtkranker-Kinder-u-48323</link>
                        <author>KV Oldenburg-Land (dort beschlossen am: 07.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Dietrich-Bonhoeffer-Klinik-erhalten-Versorgung-suchtkranker-Kinder-u-48323</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn ist eine spezialisierte Einrichtung für die stationäre und teilstationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit stoffgebundenen und nicht-stoffgebundenen Suchterkrankungen. Sie erfüllt eine wichtige Funktion innerhalb der bestehenden Versorgungslandschaft für junge Menschen mit komplexem therapeutischem Bedarf.<br>
Die drohende Schließung der Klinik würde einen gravierenden Einschnitt in die ohnehin begrenzten Versorgungsstrukturen für suchtkranke Kinder und Jugendliche bedeuten. Nach Daten der Deutschen Suchthilfestatistik sind spezialisierte stationäre Therapieangebote für diese Altersgruppe bundesweit nur in begrenztem Umfang vorhanden. Der Wegfall einer Einrichtung dieser Art würde die bestehende Unterversorgung weiter verschärfen und den Zugang zu dringend benötigten Therapieplätzen erheblich einschränken.<br>
Die Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen fordert daher die zuständigen Akteure auf Landes- und Bundesebene, die beteiligten Kostenträger sowie den Träger der Einrichtung nachdrücklich auf, die drohende Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik abzuwenden und die Therapieangebote für Kinder und Jugendliche mit Suchterkrankungen dauerhaft sicherzustellen.<br><br>
Zentrale Forderungen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Kurzfristige Sicherstellung von Finanzierung und Betrieb<br>
Alle beteiligten Akteure – insbesondere die Deutsche Rentenversicherung, die gesetzlichen Krankenkassen, der Klinikträger sowie die Landes- und Bundespolitik – müssen unverzüglich einen tragfähigen und pragmatischen Lösungsansatz entwickeln, um den laufenden Betrieb der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik zu sichern.<br>
Der Zugang junger Menschen zu notwendiger Behandlung darf nicht von kurzfristigen<br>
betriebswirtschaftlichen Erwägungen abhängig gemacht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Politische Verantwortung übernehmen und koordiniert handeln<br>
Die Behandlung von Suchterkrankungen ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Bund, Land und<br>
Kostenträger tragen hierfür eine gemeinsame Verantwortung. Die Landesregierung Niedersachsen - insbesondere das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung – wird aufgefordert, den Wegfall dieser wichtigen Versorgungsstruktur nicht hinzunehmen, politischen Druck auf die Kostenträger und den Bund auszuüben und sich klar und öffentlich für den Erhalt spezialisierter Suchthilfeangebote für Kinder und Jugendliche einzusetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Langfristige Sicherung und Reform der Finanzierungsstrukturen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Finanzierung spezialisierter Therapieangebote für Kinder und Jugendliche mit Suchterkrankungen muss dauerhaft auskömmlich, verlässlich und bedarfsgerecht ausgestaltet werden. Erhebungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) zeigen, dass Einrichtungen der Suchthilfe seit Jahren strukturell unterfinanziert sind und wirtschaftliche Defizite zunehmend den Fortbestand ganzer Versorgungsangebote gefährden. Besonders spezialisierte Einrichtungen geraten dabei unter Druck, da der hohe personelle und therapeutische Aufwand in bestehenden Vergütungssystemen nicht ausreichend berücksichtigt wird. Die niedersächsischen Mitglieder des Deutschen Bundestages werden aufgefordert, sich aktiv für entsprechende Reformen der Finanzierungsstrukturen auf Bundesebene einzusetzen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Suchterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen stellen eine wachsende gesundheitspolitische Herausforderung dar. Während der Konsum klassischer Suchtmittel wie Alkohol und Tabak teilweise rückläufig ist, nehmen nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten deutlich zu.<br>
Aktuelle Studien der DAK-Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigen, dass über 25 % der 10- bis 17-Jährigen ein riskantes oder pathologisches Nutzungsverhalten sozialer Medien aufweisen. Rund 4–5 % erfüllen bereits die Kriterien einer manifesten Abhängigkeit. Damit besteht bei einem erheblichen Teil der Jugendlichen ein konkreter therapeutischer Bedarf. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind frühzeitige, spezialisierte Therapieangebote entscheidend, um langfristige gesundheitliche, soziale und berufliche Folgeschäden zu vermeiden. Der Abbau bestehender Versorgungskapazitäten verschärft die Problemlage und verlagert die Folgen in andere Systeme wie Jugendhilfe, Schule, psychiatrische Versorgung und später den Arbeitsmarkt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Zugleich ist der Erhalt spezialisierter Suchthilfe nicht nur sozial-, sondern auch finanzpolitisch geboten. Studien zur ambulanten Suchthilfe zeigen, dass Investitionen in frühzeitige Behandlung erhebliche Folgekosten vermeiden können und ein hohes gesellschaftliches Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. Auch für stationäre Therapieangebote ist von signifikanten langfrist gen Einsparungen auszugehen, etwa durch vermiedene Krankenhausaufenthalte, geringere Inanspruchnahme der Jugendhilfe und stabilere Bildungs- und Erwerbsbiografien. Die drohende Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik ist daher kein betriebswirtschaftliches Einzelproblem, sondern ein politischer Testfall für die Verlässlichkeit staatlicher Daseinsvorsorge.<br>
Wer zulässt, dass spezialisierte Suchthilfe für Kinder und Jugendliche wegbricht, nimmt langfristige Schäden und höhere gesellschaftliche Folgekosten bewusst in Kauf. Die Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen bekennt sich zu einem Versorgungssystem, das sich am tatsächlichen Bedarf junger Menschen orientiert – nicht an kurzfristigen Sparlogiken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Quellen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS). Institut für Therapieforschung (IFT), München. Jahresberichte und aktuelle Auswertungen zur ambulanten und stationären Suchthilfe in Deutschland. Online verfügbar unter: <a href="https://www.suchthilfestatistik.de/">https://www.suchthilfestatistik.de/</a><br>
Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Deutsche Suchthilfestatistik – Epidemiologie des Suchtmittelkonsums<br>
Informationen zur Versorgungslage und Entwicklung von Suchterkrankungen in Deutschland. Online verfügbar unter: <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/ressortforschung/drogen-und-sucht/epidemiologie-des-suchtmittelkonsums/deutsche-suchthilfestatistik">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/ressortforschung/drogen-und-sucht/epidemiologie-des-suchtmittelkonsums/deutsche-suchthilfestatistik</a>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS). Bericht zur Finanzierung der Suchtberatung in Deutschland (2024)<br>
Analyse zur strukturellen Unterfinanzierung der Suchthilfe und zu volkswirtschaftlichen Effekten früher Intervention. Online verfügbar unter: <a href="https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/2024-09-26-Bericht_zur_Finanzierung_der_Suchtberatung_FINAL.pdf">https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/2024-09-26-Bericht_zur_Finanzierung_der_Suchtberatung_FINAL.pdf</a>.<br>
DAK-Gesundheit / Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). DAK-Mediensucht-Studie 2024/2025. Längsschnittstudie zur problematischen und pathologischen Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.<br>
Online verfügbar unter: <a href="https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/dak-studie-mediensucht-2024_91442">https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/dak-studie-mediensucht-2024_91442</a><br>
Servicestelle Kinder- und Jugendschutz. Neue DAK-Studie zur problematischen Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen<br>
Zusammenfassung und Einordnung der aktuellen Studienergebnisse. Online verfügbar unter: <a href="https://www.servicestelle-jugendschutz.de/2025/03/neue-dak-studie-praesentiert-zahlen-zur-">https://www.servicestelle-jugendschutz.de/2025/03/neue-dak-studie-praesentiert-zahlen-zur-</a><br>
problematischen-mediennutzung-von-kindern-und-jugendlichen/</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 09:58:24 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA16: Jugendschutz im Internet</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Jugendschutz-im-Internet-52430</link>
                        <author>LAG Digitales und Medien (dort beschlossen am: 08.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Jugendschutz-im-Internet-52430</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir wollen eine wissenschaftliche Untersuchung der Auswirkung von Social Media Plattformen und deren Mechanismen auf Kinder und Jugendliche. Wir wollen insbesondere wissen, welchen Handlungsbedarf es tatsächlich gibt, welche Empfehlungen die Wissenschaft hier geben kann und ob Verbote nachweisbar diese möglichen Probleme beheben können. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wollen wir dann Maßnahmen diskutieren und ergreifen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Grundsätzlich ist der Schutz von Kinder und Jugendlichen auch eine Aufgabe der Eltern. Durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag haben wir Eltern die Möglichkeit gegeben, die Smartphones ihrer Kinder in einen sicheren Modus für Kinder und Jugendliche zu versetzen. Hierfür wollen wir weiter werben und über die Schulen Eltern erreichen und aufklären, damit sie diese Aufgabe besser wahrnehmen können. Wenn es weiteren Bedarf für Unterstützung gibt, wollen wir diesen schaffen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ebenso wichtig ist eine breite Aufklärung in der Schule, verbunden mit einer Ermächtigung zur Teilhabe an digitaler Kommunikation. Kinder und Jugendliche müssen in die Lage versetzt werden, die Mechanismen hinter den Plattformen zu verstehen und ihnen entgehen zu können. Genau wie beim Rauchen und anderen Gefahren muss eine Aufklärung erfolgen, die auf das Leben vorbereitet. Digitale Prävention muss ab der ersten Klasse vermittelt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der wichtigste und längst überfällige Schritt besteht aber darin, die bereits vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten gegen die Anbieter dieser Plattformen endlich auszuschöpfen. Der Digital Service Act (DSA) gibt der EU Kommission die Instrumente dafür an die Hand. In den Artikeln 34[1] und 35 ist klar geregelt, dass die Plattformen für die Risiken, die durch ihre Mechanismen ausgehen, voll verantwortlich sind. Anstatt Kinder und Jugendliche zu reglementieren, müssen die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden bis hin zur Abschaltung dieser Mechanismen! Wir forder daher, dass die EU Kommission hier endlich tätig wird![2]</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Altersüberprüfungen im Internet bergen enorme Risiken: Datenverlust, Überwachung und vor allem der schleichende Einstieg in eine staatliche Kontrolle des Internet. Wenn überhaupt dürfen solche Alterskontrollen nur anonym und mit sogenannten Zero-Knowledge-Proofs[3,4] erfolgen. Keinesfalls darf dies der Einstieg in eine staatliche Alterskontrolle des Internet sein.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Seit etwa zwei Jahren gibt es es einen weltweiten Trend, Kinder und Jugendlichen den Zugang zu Social Media Plattformen und anderen Inhalten im Internet zu verbieten. Ausgangsort ist hier zum Beispiel Australien, wo es den ersten gesetzlichen Bann von solchen Zugängen gibt. Angesichts des drastischen Ausschlusses von Kinder und Jugendlichen von alltäglicher Kommunikation und Information, sind die Begründungen dahinter aber häufig relativ dünn. So fehlt es an klaren wissenschaftlichen Untersuchungen dieser Maßnahmen und der Ursachen: Ähnlich Debatten gab es schließlich schon in der Vergangenheit um Computerspiele oder die Nutzung des Fernsehens. Auch die damit verbundene Annahme, dass Jugendliche am 18. Geburtstag immun gegen die Manipulationen dieser Plattformen sind, erscheint wenig plausibel. Es besteht der begründete Verdacht, dass auch hier ein technisches Verbot zum wiederholten Mal soziale Probleme lösen soll.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im übrigen haben auch Kinder und Jugendliche ein Recht auf Zugang zu Informationen, von dem sie nicht einfach abgeschnitten werden dürfen (UN Kinderrechtskonvention Art.17). Angesichts solcher drastischen Eingriffe in die Leben von Kinder und Jugendlichen und der Tatsache, dass diese Plattformen mit ihren Glücksspiel- und Suchtmechanismen auch eine Gefahr für Erwachsene und unsere demokratische Gesellschaft insgesamt darstellen, fordern wir eine grundsätzliche Herangehensweise an diese Probleme.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>[1] <a href="https://gesetz-digitale-dienste.de/dsa/artikel-34/">https://gesetz-digitale-dienste.de/dsa/artikel-34/</a> + <a href="https://gesetz-digitale-dienste.de/dsa/artikel-35/">https://gesetz-digitale-dienste.de/dsa/artikel-35/</a><br>
[2] <a href="https://alexandrageese.eu/social-media-verbot-fuer-jugendliche-mein-papier-mit-familienministerin-verena-schaeffer/">https://alexandrageese.eu/social-media-verbot-fuer-jugendliche-mein-papier-mit-familienministerin-verena-schaeffer/</a><br>
[3] <a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/factpages/blueprint-age-verification-solution-help-protect-minors-online">https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/factpages/blueprint-age-verification-solution-help-protect-minors-online</a><br>
[4] <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Null-Wissen-Beweis">https://de.wikipedia.org/wiki/Null-Wissen-Beweis</a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 21:34:41 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA15: Abkehr von X – Unvereinbar mit Grünen Werten</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Abkehr-von-X-Unvereinbar-mit-Grunen-Werten-14601</link>
                        <author>LAG Digitales und Medien (dort beschlossen am: 08.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Abkehr-von-X-Unvereinbar-mit-Grunen-Werten-14601</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die LDK stellt fest, dass die Benutzung von X durch Amts- und Mandatsträger:innen sowie Gliederungen der Partei nicht mit den Grünen Grundwerten zu vereinbaren ist. Ihre Accounts bei X sollten daher gelöscht werden, um ein klares Zeichen zu setzen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>War Twitter/X über Jahre eine Plattform des Austauschs von Nutzer:innen, so ist es seit der Übernahme durch Elon Musk vor allem ein Medium, über das er seine Meinung breit streut und mittels Algorithmen dabei auch menschenverachtende Inhalte verbreitet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine der ersten Maßnahmen nach dem Kauf waren die Entlassungen sehr vieler Angestellter[1], hier vor allem auch im Bereich der Content Moderation, also bei den Menschen, die den Hass im Zaun gehalten und Twitter zu einer gut nutzbaren Plattform des Dialogs gemacht hatten. Den freien Fluss von Hass, Hetze und Gewaltandrohungen zuzulassen war auch von vornherein das erklärte Ziel von Musk, der – zusammen mit der US Regierung – dies als freie Meinungsäußerung versteht[2]. Sobald deutsche oder europäische Behörden auch nur versuchen hier gegen vorzugehen, wird massiver Druck durch die Trump Regierung ausgeübt, um jegliche Regulierung zu verhindern[3,4]. Dabei unterstützt Musk offen Rechtspopulisten und verbreitet auf seiner Plattform immer wieder Hasstiraden gegen Wokeness, Transpersonen, die vermeintliche Bedrohung „der weißen Rasse“ und Alles, was Ziel seines antidemokratischen Kampfs ist[5] – die Plattform wird unter anderem verwendet, um in demokratische Wahlen im Ausland aus den USA heraus einzugreifen. Dies verläuft im Einklang mit der neuen Doktrin der Trump Regierung, mit der rechtsextreme Kräfte in Europa unterstützt werden sollen[6,7].</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine große Veränderung kam mit der Künstlichen Intelligenz &quot;Grok&quot;, die Musk in X integriert hat. Von vornherein sollte hiermit eine KI integriert werden, die „Anti woke“[8] sei und damit gegen die vermeintlich vorherrschende „Politische Korrektheit“[9] agiert. Dabei kommt es immer wieder zu antisemitischen Ausfällen oder Hitler-Verehrungen [10,11]. Hier wird zwar mitunter in extremen Fällen eingegriffen, aber die gewollten Rechtslastigkeit der KI nicht nachhaltig geändert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Grok wurde zudem die Fähigkeit eingebaut, manipulierte Bilder von Menschen zu erstellen – sogenannte Deepfakes, die reale Menschen in beliebig veränderten Situationen zeigen. Dies wurde missbraucht, um erwachsene Frauen und minderjährige Kinder nackt darzustellen oder etwa Kleidung gegen Bikins auszutauschen[12]. Es wurde also ein Werkzeug geschaffen, um Frauen digitale Gewalt anzutun, sie gegen ihren Willen in der Öffentlichkeit mittels KI auszuziehen[13]. Auf massive Kritik daran geht Musk gar nicht ein und nennt etwaige Untersuchungen durch die britische Regierung dazu „faschistisch“ und spricht von Zensur[14]. Wie nahezu immer reagieren Musk und X über Tage und Wochen nahezu gar nicht und schränken Grok nur wenig in seinen Funktionen ein. Jüngste Entwicklung (Stand 15.01.2026) ist, dass Musk die Funktion für Deepfakes einschränken will, aber nur in Ländern wo das verboten sei: „Bowing to pressure, the company said it would restrict X users from generating explicit images of real people in jurisdictions where such content is illegal“[15]. X und Musk tolerieren also weiterhin digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen und verkaufen das alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit. Wer sich dagegen wehren will, betreibe demzufolge Zensur. Die New York Times[16] hat das in einer Recherche genauer untersucht und führt zum Beispiel diese Zahlen an: „Over nine days, Elon Musk’s Grok chatbot generated and posted 4.4 million images, of which at least 41 percent were sexualized images of women.“</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es angesichts dieser Entwicklungen klar erkennbar, dass die Nutzung und die damit verbundene Unterstützung einer solchen Plattform nicht mit Grünen Werten vereinbar ist. Wer Hass, Hetze und Gewalt aktiv fördert und dies unter dem Mantel der Meinungsfreiheit als Plattform betreibt, stellt sich gegen grundlegende menschliche Werte und darf in Deutschland und Europa keinen Platz haben. Deswegen halten wir es für unabdingbar, dass Grüne Amts- und Mandatsträger sowie die Parteigliederungen ihre Accounts bei X nicht nur stilllegen sondern auch löschen, um ein klares Zeichen zu setzen. Es gibt genügend Alternativen, wie etwa Bluesky und Mastodon, letzteres sogar mit einem Server der Netzbegrünung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>[1] <a href="https://www.dw.com/de/twitter-sorge-%C3%BCber-entlassungen-von-content-moderatoren/a-63792800">https://www.dw.com/de/twitter-sorge-über-entlassungen-von-content-moderatoren/a-63792800</a><br>
[2] <a href="https://www.deutschlandfunk.de/twitter-elon-musk-meinungsfreiheit-free-speech-content-moderation-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/twitter-elon-musk-meinungsfreiheit-free-speech-content-moderation-100.html</a><br>
[3] <a href="https://taz.de/EU-gegen-Plattformen/!6135652/">https://taz.de/EU-gegen-Plattformen/!6135652/</a><br>
[4] <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/meinungsfreiheit-deutschland-usa-100.html">https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/meinungsfreiheit-deutschland-usa-100.html</a><br>
[5] <a href="https://www.deutschlandfunk.de/elon-musk-afd-deutschland-europa-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/elon-musk-afd-deutschland-europa-100.html</a><br>
[6] <a href="https://www.deutschlandfunk.de/usa-sicherheitsstrategie-europa-eu-nato-russland-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/usa-sicherheitsstrategie-europa-eu-nato-russland-100.html</a><br>
[7] <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-usa-sicherheitsstrategie-100.html">https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-usa-sicherheitsstrategie-100.html</a><br>
[8] <a href="https://www.1e9.community/magazin/vom-ki-factchecker-zum-mechahitler-wieso-elon-musks-grok-nicht-nur-ein-weiterer-chatbot-ist">https://www.1e9.community/magazin/vom-ki-factchecker-zum-mechahitler-wieso-elon-musks-grok-nicht-nur-ein-weiterer-chatbot-ist</a><br>
[9] <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/musk-ki-grok-openai-100.html">https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/musk-ki-grok-openai-100.html</a><br>
[10] <a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/grok-ki-update-hitler-panne-100.html">https://www1.wdr.de/nachrichten/grok-ki-update-hitler-panne-100.html</a><br>
[11] <a href="https://www.deutschlandfunk.de/unternehmen-von-elon-musk-bedauert-aeusserungen-des-chatbots-grok-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/unternehmen-von-elon-musk-bedauert-aeusserungen-des-chatbots-grok-100.html</a><br>
[12] <a href="https://taz.de/Sexualisierte-Deepfakes-auf-X/!6145025/">https://taz.de/Sexualisierte-Deepfakes-auf-X/!6145025/</a><br>
[13] <a href="https://www1.wdr.de/verbraucher/digital/service-computer-ki-nacktbilder-in-sozialen-netzwerken-100.html">https://www1.wdr.de/verbraucher/digital/service-computer-ki-nacktbilder-in-sozialen-netzwerken-100.html</a><br>
[14] <a href="https://www.n-tv.de/politik/Elon-Musk-nennt-britische-Regierung-faschistisch-id30225887.html">https://www.n-tv.de/politik/Elon-Musk-nennt-britische-Regierung-faschistisch-id30225887.html</a><br>
[15] <a href="https://www.nytimes.com/2026/01/15/business/grok-ai-images-x.html">https://www.nytimes.com/2026/01/15/business/grok-ai-images-x.html</a><br>
[16] <a href="https://www.nytimes.com/2026/01/22/technology/grok-x-ai-elon-musk-deepfakes.html">https://www.nytimes.com/2026/01/22/technology/grok-x-ai-elon-musk-deepfakes.html</a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 21:31:21 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA14: Demokratie wächst von unten – Gemeinwesenarbeit nachhaltig stärken </title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Demokratie-wachst-von-unten-Gemeinwesenarbeit-nachhaltig-starken-5366</link>
                        <author>LAG Migration und Flucht (dort beschlossen am: 08.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Demokratie-wachst-von-unten-Gemeinwesenarbeit-nachhaltig-starken-5366</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em>Gemeinsamer Antrag der LAG Migration und Flucht und LAG Arbeit und Soziales</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen setzen sich dafür ein, die Gemeinwesenarbeit (GWA) als ein wichtiges Instrument für sozialen Zusammenhalt, demokratische Teilhabe und gesellschaftliche Resilienz strategisch weiterzuentwickeln und strukturell zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu sollen insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt werden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Landesweiter Entwicklungsprozess für Gemeinwesenarbeit und Community Organizing </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Initiierung eines landesweiten, strukturierten Prozesses zur Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit. Dieser Prozess soll Akteur*innen aus Kommunen, Wissenschaft und Praxis der Gemeinwesenarbeit zusammenbringen. Ziel ist es zu prüfen, ob und wie Gemeinwesenarbeit perspektivisch gesetzlich verankert werden kann und wie der Übergang von kurzfristiger Projektförderung hin zu nachhaltigen, verlässlichen Strukturen der Selbstorganisation in den Quartieren und im ländlichen Raum gelingt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn erfolgreiche Projekte dürfen – gerade in Zeiten angespannter kommunaler Haushalte – nicht wegbrechen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Förderung nachhaltiger GWA-Strukturen </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen uns für eine gezielte Förderung modellhafter Verstetigung der Strukturen der Gemeinwesenarbeit auf kommunaler Ebene ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu fordern wir eine Aufstockung der Mittel für Gemeinwesenarbeit über das Niedersächsische Wohnraum- und Wohnquartierfördergesetz (NWoFG) um mindestens 1 Million Euro für die gezielte Förderung von Projekten, die langfristige, verstetigte Strukturen statt kurzfristiger Maßnahmen aufbauen, sowie eine wissenschaftliche Begleitung, um Wirksamkeit, Übertragbarkeit und Skalierung sicherzustellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zugleich müssen die bereitgestellten Mittel in ihrer realen Wirkung gesichert werden. Daher setzen wir uns für einen Mechanismus zum Inflationsausgleich ein, damit steigende Kosten nicht zu einer schleichenden Aushöhlung bestehender Strukturen führen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Klimaschutz, Gemeinwesenarbeit und Community Organizing verbinden </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die Verbindung von Klimaschutz und Gemeinwesenarbeit systematisch stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu gehört: die politische und finanzielle Förderung von Lernprozessen zu Klimaschutz durch Gemeinwesenarbeit, insbesondere in Quartieren, die stärkere Verknüpfung von sozialer Infrastruktur, Beteiligung und ökologischer Transformation sowie die Erschließung neuer, innovativer Finanzierungswege für GWA, etwa über Energiegenossenschaften, lokale Beteiligungsmodelle oder Umlagen im Energiebereich, wie z. B. Stromtrassenumlagen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ob gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingt, entscheidet sich dort, wo Menschen ihren Alltag leben – in Nachbarschaften, Quartieren und Gemeinden. Denn die Konflikte und Transformationen unserer Zeit – vom demografischen Wandel über soziale Ungleichheit und Einsamkeit bis hin zu Klima-, Energie- und Wohnraumkrisen – entscheiden sich nicht abstrakt, sondern konkret vor Ort. Wenn dort tragfähige Strukturen fehlen, der soziale Kitt bröckelt oder Räume von antidemokratischen Kräften besetzt werden, lassen sich diese Herausforderungen nicht bewältigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Gemeinwesenarbeit setzt genau hier an. Sie baut Vertrauen auf und ermöglichen Selbstwirksamkeit, demokratische Willensbildung und kollektive Lösungsansätze. Community Organizing ergänzt diese Arbeit zunehmend, indem es gezielt Menschen aktiviert, die bisher wenig eingebunden sind, und ihre Interessen in kollektive Handlungsfähigkeit durch Beziehungsarbeit, Selbstorganisation und tragfähige Bündnisse übersetzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gehört zum Anspruch von Gemeinwesenarbeit, an gesellschaftlichen Konfliktpunkten zu arbeiten und Veränderungen gemeinsam mit Betroffenen zu erwirken – genau dafür bietet Community Organizing zentrale Methoden und Instrumente. Gerade in einer Einwanderungsgesellschaft kommt Gemeinwesenarbeit eine zentrale Rolle zu: Sie schafft Räume, in denen unterschiedliche Lebensrealitäten zusammenkommen, Interessen ausgehandelt werden und Teilhabe tatsächlich möglich wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In Niedersachsen gibt es dafür bereits wichtige Ansätze, etwa durch das Praxisnetzwerk Soziale Stadtentwicklung, in dem Community Organizer*innen qualifiziert wurden und vor Ort in den Städten und Gemeinden wirken. Im Unterschied zu klassischen Bürgerinitiativen zielt Community Organizing darauf, dauerhafte Bürger*innenorganisationen aufzubauen, die Strategien entwickeln, Konflikte sichtbar machen, Aktionen durchführen und mit Entscheidungsträger*innen auf Augenhöhe verhandeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Die Erfahrungen zeigen: Gemeinwesenarbeit und Community Organizing wirken – ihre Strukturen sind jedoch häufig nicht ausreichend abgesichert. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Sie zielen auf langfristigen Beziehungsaufbau und stabile Strukturen, stehen aber oft im Widerspruch zu kurzfristigen Projektlogiken.</strong> Trotz positiver Entwicklungen der letzten Jahre, etwa im Rahmen des NWoFG, bleibt die Finanzierung vielfach befristet und gerät zunehmend unter Druck durch angespannte kommunale Haushalte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das führt dazu, dass funktionierende Strukturen wegbrechen, obwohl sie dringend gebraucht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Deshalb wollen wir Gemeinwesenarbeit strategisch weiterentwickeln und mit Community Organizing weiter gezielt stärken, die kommunale Ebene durch gezielte Förderung nachhaltiger Strukturen stabilisieren und zugleich neue Perspektiven eröffnen, indem wir soziale und ökologische Transformation zusammendenken. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Gemeinwesenarbeit kann hier Brücken bauen, Beteiligung stärken und konkrete Lösungen vor Ort ermöglichen – auch durch neue Finanzierungsansätze.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Gemeinwesenarbeit ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und muss entsprechend dauerhaft abgesichert werden. Gerade vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Spannungen und Polarisierung ist diese Arbeit unverzichtbar.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 14:03:16 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA13: Fossile Abhängigkeiten beenden und Fracking stoppen - in Niedersachsen und anderswo!</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Fossile-Abhangigkeiten-beenden-und-Fracking-stoppen-in-Niedersachsen-27123</link>
                        <author>LAG Energie &amp; Atom (dort beschlossen am: 07.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Fossile-Abhangigkeiten-beenden-und-Fracking-stoppen-in-Niedersachsen-27123</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die aktuelle Lage macht es dringlicher denn je, dass wir die Energiewende in Richtung 100% erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus fossilen Energien wie Gas, Kohle und Öl beschleunigen. Nur der Ausbau von erneuerbaren Energien, Speichern und erneuerbaren Wärmequellen sind eine verlässliche Möglichkeit, um uns unabhängiger zu machen, eine klimaneutrale Zukunft zu garantieren und die Kosten für Menschen und Industrie zu senken. Jede Investition in fossile Infrastruktur oder Ausweitung von fossiler Öl- und Gasförderung ist teuer, klimapolitisch fatal und schafft Strukturen der Vergangenheit. Daher kämpfen wir für einen beschleunigten Ausbau der Energie- und Wärmewende.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen die Erdgasförderung mit der Fracking-Methode als große Gefahr, die zu Umweltkatastrophen mit Chemikalien, Grundwasserverschmutzungen, hoch klimaschädlichen Methan-Austritten und auch Erdbeben führen kann. Besonders die Menschen in Niedersachsen würden darunter leiden, da hier ein Großteil der Schiefergas-Vorkommen vermutet werden und deshalb lehnen wir jegliche Forderungen nach Fracking bei uns und anderswo ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Weitergehend erkennen wir an, dass auch in der Lieferkette von Flüssigerdgas (LNG) dieses Erdgas hauptsächlich mit der Fracking-Methode in den USA gefördert wird und dass es dort auch zu den oben genannten und weiteren Problemen kommt. Unter anderem wird auch direkt in Wohnsiedlungen oder auf heiligen indigenen Gebieten Fracking betrieben, es gibt immer wieder Störfälle und vor allem einkommensschwache und People of Color Anwohnende leiden unter den überdurchschnittlich hohen Krebsraten durch die fossile Industrie. Dies ist ein weiterer Aspekt, warum wir uns für einen Gasausstieg mit einer beschleunigten Energie- und Wärmewende einsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aufgrund der aktuellen fossilen Krise durch den Handelsstreit mit den USA und den aktuellen Kriegen sehen wir Grüne unsere weiterhin hohen Abhängigkeiten von Öl- und Gasimporten als Risiko für die Energieversorgung Europas und als Gefahr für die Lebenshaltungskosten der Menschen, sowie als Gefahr für unsere Industrie. Daraus darf aber nicht die Folgerung sein, hier in Deutschland mehr Erdgas mit der Fracking-Methode zu fördern, sondern wir setzen uns verstärkt für einen Ausbau der erneuerbaren Energien und für einen sozial gerechten Gasausstieg ein, um uns unabhängiger zu machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden Niedersachsen unabhängig von fossilen Energieträgern und -importen machen mit einem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und Energiesparmaßnahmen. Wir verpflichten uns, Niedersachsens Energiebedarf bis spätestens 2040 zu 100% aus erneuerbaren Energien zu decken. Im Jahr 2035 werden wir bereits 90% erreichen. Die zukünftige Nutzung von Erdgas und Erdöl, sowie die Förderung müssen sich an den Klimazielen ausrichten. Wir setzen uns beim Bund dafür ein, die Nutzung und Förderung von Erdgas und Erdöl schnellstmöglich mit Blick auf die Klimaziele zu beenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Angesichts des Ausbaus der erneuerbaren Energien fordern wir eine Überprüfung der bestehenden und zukünftigen Kapazitäten für LNG-Terminals in Deutschland, um fossile Überkapazitäten und Lock-In-Effekte zu vermeiden. Dazu gehört auch zu prüfen, ob das in Wilhelmshaven geplante feste Terminal nicht ausschließlich für den Import von Ammoniak als grünen Wasserstoff-Derivat genutzt werden sollte. Die Nutzung von CCS und CCU sehen wir sehr kritisch.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir sprechen uns aus, dass Wilhelmshaven eine Drehscheibe für grünen Wasserstoff werden soll, dazu gehören Wasserstoff-Elektrolyseure für grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Strom und der Import insbesondere für Ammoniak, um grünen Wasserstoff als Derivat für unsere Industrie zu nutzen, statt fossiles Erdgas zu importieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wenden uns gegen jegliche Abschwächung des Naturschutz- des Umweltrechtes und der FFH- und Vogelschutzrichtlinie zu gunsten von Industrieprojekten. Wir setzen uns dafür ein, dass bei der Flächennutzung vorrangig bereits versiegelte Flächen wie alte Industrieflächen für weitere geplante Projekte genutzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Mitglieder und Funktionsträger*innen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen uns deshalb auf allen Ebenen unseres politischen Wirkens dafür ein, dass …</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>● kein Fracking hier in Niedersachsen oder anderswo in Deutschland erlaubt wird und das Fracking-Verbot dauerhaft bleibt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>● ein Ammoniak-Importterminal für grünen Wasserstoff gebaut wird und wir sehen CCS/CCU kritisch.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>● keine Aufweichung von Umwelt- und Naturschutzstandards stattfindet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>● die Abhängigkeiten von fossilen Gasen insbesondere von Fracking-LNG schnellstmöglich durch einen rapiden Ausbau der Energie- und Wärmewende beendet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>● die EU-Methanverordung nicht aufgeweicht, sondern vollständig umgesetzt wird, da sie ein zentrales Element der Reduzierung von Methanemissionen ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>● der vollständige Gasausstieg auf allen Ebenen durch eine forcierte Energie- und Wärmewende auf 2035 vorgezogen wird.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 12:22:41 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA12: Netze als Rückgrat der Energiewende stärken – Ausbau von Erneuerbaren Energien sichern, Systemintegration verbessern</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Netze-als-Ruckgrat-der-Energiewende-starken-Ausbau-von-Erneuerbaren-52951</link>
                        <author>LAG Energie &amp; Atom (dort beschlossen am: 07.04.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Netze-als-Ruckgrat-der-Energiewende-starken-Ausbau-von-Erneuerbaren-52951</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Landesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen stellt fest:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Erfolg der Energiewende in Niedersachsen hängt maßgeblich von einer leistungsfähigen, intelligent gesteuerten und ausbauorientierten Netzinfrastruktur ab. Niedersachsen ist als führendes Bundesland beim Ausbau der Windenergie und als Industriestandort sowie als zukünftige Wasserstoffdrehscheibe in besonderer Weise auf verlässliche und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen angewiesen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aktuelle Vorschläge auf Bundesebene zur Reform des Netzengpassmanagements und zur Steuerung des Ausbaus Erneuerbarer Energien (EE) setzen jedoch falsche Anreize. Insbesondere drohen sie, den Ausbau von EE zu bremsen, Investitionssicherheit zu untergraben und die systemische Integration eines erneuerbaren Energiesystems zu erschweren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor diesem Hintergrund fordert die LDK die niedersächsische Landesregierung auf:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">1. Ausbau von EE absichern und beschleunigen</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der Vorrang für Anschluss und Einspeisung von EE erhalten bleibt und Netzengpässe nicht zu einem strukturellen Ausbauhemmnis werden. Netzanschlüsse für EE sind zu priorisieren und durch klare, verbindliche bundesweit einheitliche Verfahren und Fristen zu beschleunigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">2. Netzengpässe systemisch und effizient adressieren </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Netzengpässe sind vorrangig durch intelligente Systemsteuerung und nicht durch pauschale Einschränkungen des Ausbaus von EE zu lösen. Dabei setzen wir auf Netzoptimierung vor Flexibilität vor Verstärkung vor Ausbau (NOXVA-Prinzip).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Maßnahmen zur besseren Nutzung bestehender Netze – wie Prognosen, digitales Netzmonitoring, Lastflussrechnungen, die Überbauung von Netzanschlusspunkten sowie weitere Optimierungsinstrumente – sind konsequent anzuwenden und weiterzuentwickeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Erst darauf aufbauend sind Flexibilitätsoptionen wie Speicher und Lastmanagement zu stärken, bevor netzseitige Verstärkung und Ausbau erfolgen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Starre und vergangenheitsbasierte Definitionen von Netzengpassgebieten (3 %-Regel) sind abzulehnen. Stattdessen sind dynamische, prognosebasierte und regional differenzierte Ansätze zur Netzsteuerung zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">3. Redispatch als Systeminstrument weiterentwickeln</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sich dafür einzusetzen, dass grundsätzlich sinnvolle Redispatch-Maßnahmen zur Behebung von Netzengpässen weiterhin als systemdienliches Instrument ausgestaltet werden und nicht zu einseitigen wirtschaftlichen Risiken für Anlagenbetreiber führen. Das neu eingeführte Redispatch 2.0 System mit der Einbindung von EE-Anlagen wirken zu lassen und regulatorisch weiterzuentwickeln. Marktliche und systemische Signale müssen konsistent ausgestaltet sein, um effiziente Investitionsentscheidungen zu ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">4. Regionale Nutzung von EE und netzdienlichen Speicherbetrieb stärken</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine stärkere regionale Nutzung von EE ermöglichen, insbesondere durch die Förderung von Direktstromlieferverträgen (PPAs), regionaler Industrieversorgung sowie sektorübergreifender Nutzung (E-Mobilität, Wasserstoff, etc.). Die gemeinsame regionale Nutzung von EE vor Ort (Energy-Sharing) zu fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Einsatz von Speichern – auf verschiedenen Spannungsebenen – ist wünschenswert und muss auf Netzdienlichkeit ausgerichtet sein. Speicher sind so in das System zu integrieren, dass sie Netzengpässe reduzieren und nicht verstärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">5. Rahmenbedingungen für Netze, Erneuerbare und Speicher verbessern</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für einen kostengünstigen, effizienten und klimaschützenden Ausbau der Energieversorgung ist eine verlässliche und systemdienliche Weiterentwicklung des EEG, der Netzinfrastruktur und der Speichersysteme (Batteriespeicher, Redox-Flow, Wasserstoff) erforderlich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der Netzausbau beschleunigt und die Förderung von Solar-, Wind- und Bioenergie verlässlich und auskömmlich ausgestaltet wird. Dazu gehört eine Erhöhung der Ausschreibungsmengen für die Windenergie, die Fortführung der Förderung von Photovoltaik – insbesondere auf Dächern.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Energiewende in Niedersachsen steht an einem entscheidenden Punkt: Der Ausbau von EE schreitet voran, gleichzeitig nehmen Netzengpässe und Abregelungen zu. Bereits heute werden erhebliche Mengen erneuerbaren Stroms aufgrund von Netzüberlastungen nicht genutzt. Gleichzeitig fallen hohe Kosten für das Netzengpassmanagement an.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die aktuelle Initiative „Netzpaket 2026“ auf Bundesebene zielt darauf ab, diese Kosten zu begrenzen, indem der Ausbau von EE stärker an bestehende Netzkapazitäten angepasst wird. Dieser Ansatz greift jedoch zu kurz und birgt erhebliche Risiken:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li>Die Verantwortung für strukturelle Defizite im Netzsystem wird einseitig auf Anlagenbetreiber verlagert. Maßnahmen wie der Wegfall von Entschädigungen bei Redispatch gefährden die Investitionssicherheit und können den dringend benötigten Ausbau von EE erheblich verlangsamen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li>Die pauschalen Definitionen von Engpassgebieten auf rückblickenden Kennzahlen werden der Dynamik eines zunehmend digitalisierten und steuerbaren Energiesystems nicht gerecht. Moderne Energiesysteme ermöglichen durch. die prognostische Erkennung von und Beseitigung von Netzengpässen, Flexibilität und intelligente Steuerung eine effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="3"><li>Es droht eine Abkehr vom Einspeisevorrang für EE und damit einer grundlegenden Logik der Energiewende. Der Vorrang für EE ist nicht nur klimapolitisch notwendig, sondern auch zentral für ein konsistentes und planbares Strommarktdesign.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Statt den Ausbau von EE zu bremsen, muss die Integration in das Energiesystem verbessert werden. Dazu gehören insbesondere der Ausbau von Flexibilitätsoptionen, die stärkere Nutzung von Speichern, eine bessere Verzahnung von Strom-, Wärme- und Wasserstoffsektor sowie der Einsatz moderner Prognose- und Steuerungstechnologien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Zugleich ist es notwendig, die regionale Nutzung von EE zu stärken, um Wertschöpfung vor Ort zu sichern, Akzeptanz zu erhöhen und Netze zu entlasten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Niedersachsen hat als zentrales Energieland eine besondere Verantwortung und zugleich die Chance, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. Eine integrierte Netz- und Systemstrategie kann dazu beitragen, den weiteren Ausbau von EE zu sichern, das Energiesystem effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu stärken.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 12:09:19 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA10: Nach zwölf Weservertiefungen ist Schluss - Menschen, Sicherheit, Umwelt- und Naturschutz endlich Vorrang geben </title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Nach-zwolf-Weservertiefungen-ist-Schluss-Menschen-Sicherheit-Umwel-15117</link>
                        <author>KV Wesermarsch (dort beschlossen am: 10.03.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Nach-zwolf-Weservertiefungen-ist-Schluss-Menschen-Sicherheit-Umwel-15117</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Weser ist ein Fluss, der aus dem Gleichgewicht geraten ist:</strong><br>
Schlick erstickt Nebenarme, Erosion frisst Ufer weg, Abbruchkanten entstehen dort, wo Menschen früher sicher badeten oder spazierten. Kleine Häfen sind im Schlick verschwunden. Mit jedem steigenden Tidenhub drängt Salzwasser weiter ins Land, Gräben versalzen, Tiere können aus ihnen nicht mehr getränkt werden, die Landwirtschaft verliert ihre Grundlage und die Weiden ihre Kühe. Was früher klares Süßwasser war, wird brackig – Fische, Kleinstlebewesen und ganze Lebensräume verschwinden leise. Trotz vollmundiger Versprechungen sind Kompensationsmaßnahmen wie der „Generalplan Wesermarsch“ ausgeblieben, die diese schlimmen Folgen für Menschen, Natur und Landwirtschaft vermindern sollten.<br>
Der Tourismus leidet, weil Naturerlebnis und Sicherheit verloren gehen und weil Flussufer, Badestellen, Sportboothäfen und wassernahe Freizeitangebote zunehmend beeinträchtigt werden. Zugleich wächst durch stärkere Strömungen, höhere Wasserstände und häufigere Extremereignisse der Druck auf Deiche und Küstenschutzanlagen – eine Entwicklung, die sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen wird. Hinzu kommt, dass die Deiche rund um die Wesermarsch und somit auch beim AKW Esenshamm, wo drei Zwischenlager mit radioaktivem Inventar stehen, dringend erhöht werden müssen, um dem Druck eines Jahrhunderthochwassers bei zunehmenden Klimawandelfolgen standzuhalten.<br><strong>Viele Menschen entlang der Weser spüren: Der Druck auf Deiche, Landschaft und ihr Zuhause wächst – und mit ihm die Sorge um ihre Zukunft.</strong><br><br><strong>Die LDK möge beschließen:</strong> Die GRÜNEN Niedersachsen lehnen weitere Unter – und Außenweservertiefungen entschieden ab. Nach inzwischen zwölf durchgeführten Weservertiefungen ist eine ökologische, sicherheitspolitische und wasserwirtschaftliche Belastungsgrenze überschritten. Statt weiterer Ausbaggerungen setzen wir uns für eine umwelt- und klimaverträgliche Weiterentwicklung der Häfen an der Weser ein.<br>
Wir GRÜNE fordern den Bund auf, bestehende Zusagen zur Kompensation früherer Weservertiefungen vollständig umzusetzen, das Land Niedersachsen, kein Einvernehmen zu einer weiteren Vertiefung der Außen- und Unterweser zu erteilen und die Finanzierung der Ausbaggerung des Fedderwarder Priels dauerhaft sicherzustellen, damit der Hafen Fedderwardersiel sowie die örtliche Fischerei- und Freizeitnutzung verlässlich erreichbar bleiben. Weiterhin fordern wir die Deiche an allen kritischen Stellen prioritär zu sichern, vor allen Dingen dort, wo schon jetzt ein Unterbestick besteht.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Begründung: </strong>Die Außen- und Unterweser wurden insgesamt zwölfmal vertieft, begradigt und ausgebaut. Die Folgen sind entlang des gesamten Flusses spürbar – ähnlich wie an Elbe und Ems. Dennoch hat die Reederei Maersk angekündigt, Investitionen in den Standort Bremerhaven von einer erneuten Vertiefung abhängig zu machen. Das droht zu einem fatalen Kreislauf zu werden: immer größere Schiffe, immer neue Vertiefungen, immer höhere ökologische und finanzielle Folgekosten</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bereits 2015 gab der Europäische Gerichtshof einer Klage des BUND gegen die Flussvertiefung in weiten Teilen statt und stärkte mit seinem Grundsatzurteil das Verschlechterungsverbot sowie die Pflicht zur Verbesserung des ökologischen Zustands europäischer Oberflächengewässer. Eine erneute Vertiefung von Unter- und Außenweser wäre mit weiteren massiven ökologischen Folgeschäden verbunden – wie sie an Weser, Elbe und Ems bereits gravierend festzustellen sind: ein weiter steigender Tidenhub, höhere Strömungsgeschwindigkeiten und ein weiteres Vorrücken der Brackwasserzone flussaufwärts. Der Fedderwarder Priel würde vollständig verschlicken – mit der Folge, dass der Hafen Fedderwardersiel ohne regelmäßige Ausbaggerung kaum noch erreichbar wäre und wirtschaftliche sowie touristische Nutzungen weiter eingeschränkt würden</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 14:17:12 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA9: Verbindliche Flächenziele in Niedersachsen verankern - Raumordnung stärken, Entwicklung sichern</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Verbindliche-Flachenziele-in-Niedersachsen-verankern-Raumordnung-sta-63773</link>
                        <author>KV Osnabrück-Land (dort beschlossen am: 21.03.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Verbindliche-Flachenziele-in-Niedersachsen-verankern-Raumordnung-sta-63773</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen setzen sich im Rahmen Ihrer Regierungsbeteiligung für eine verbindliche Definition von Instrumenten zur Minimierung des Flächenverbrauchs in Niedersachen ein. Die in Niedersachsen politisch vereinbarte maximale Neuversiegelung von 3 Hektar pro Tag bis 2030 soll als Ziel der Raumordnung im Landesraumordnungsprogramm (LROP) festgeschrieben werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig soll die Bundestagsfraktion aufgefordert werden, sich für die baurechtliche Neudefinition des Begriffes „Versiegelung“ einzusetzen, mit dem Ziel, grundsätzlich auch differenzierte Versiegelungsgrade auf die Grundflächenzahl in Bebauungsplänen anwenden zu können.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine maximale Neuversiegelung von 3 Hektar pro Tag bis 2030 ist nur zu erreichen, wenn dies als verbindliches Ziel der Raumordnung verankert wird. Politisch beschlossenes, bundesweites Ziel ist die Netto-Null-Versiegelung bis 2050.<br>
Im Rahmen der aktuellen Novellierung des LROP sollte auch ein Handlungskonzept für die Landkreise in Niedersachsen entwickelt werden, mit dem die Übertragung der landesweiten Flächenziele auf jede einzelne Kommune möglich ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein weiteres Ziel ist demgegenüber seit vielen Jahren die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, was in der notwendigen Größenordnung keinesfalls im Bestand realisierbar ist. Es braucht also auch zukünftig den Bedarf an neuen Flächen. Die entscheidenden Fragen drehen sich somit um die bauliche Qualität, nicht nur in die Höhe, sondern auch, was den Abschluss nach oben angeht (z.B. Dachflächen und Durchlässigkeit).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Landkreis Osnabrück hat 2024 im Rahmen der Neuaufstellung des RROP einen konkreten Vorschlag gemacht, der den landkreiseigenen Kommunen jährliche Flächengrößen verbindlich zuweist. Der Protest war massiv, ein notwendiger politischer Beschluss erfolgte für diesen Punkt folgerichtig nicht, weil Flächenziele bezüglich des Verbrauchs von Freiräumen im LROP nicht als Ziel der Raumordnung definiert sind. Im Umkehrschluss macht dies eine Änderung des LROP notwendig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aus dem Werkzeugkasten der „Schwammstadt“-Strategie lassen sich viele Bausteine bereits bei der Planung von Baugebieten (Siedlung und Gewerbe) verbindlich in der Bauleitplanung festschreiben: Dachbegrünung, Retentionsdächer, offene Wasserhaltung. Es ergeben sich Gebäude-„Fußabdrücke“, die man als Teilversicherung bewerten könnte. So würde man den Kommunen eigene Instrumente an die Hand geben, ihre Entwicklung flächenschonend zu steuern. Ein anderer Weg innerhalb klarer Rahmenbedingungen ist die Verbindlichkeit über städtebauliche Verträge. Wenn der Gesetzgeber den Rahmen konkret, aber dynamisch absteckt, könnten Wohnraumentwicklung und nachhaltiges Flächenmanagement unter einen Hut gebracht werden.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Mon, 06 Apr 2026 23:11:57 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA11: Freistehende Klein-PV-Anlagen im Außenbereich erlauben</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Freistehende-Klein-PV-Anlagen-im-Aussenbereich-erlauben-839</link>
                        <author>Karsten Gajetzky (KV Nienburg)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Freistehende-Klein-PV-Anlagen-im-Aussenbereich-erlauben-839</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die LDK möge beschließen:<br><br>
Wir Grüne fordern eine Änderung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO), um kleine freistehende PV-Anlagen im Außenbereich vergleichbar zu den im Innenbereich geltenden Regelungen zu ermöglichen.<br><br>
Konkret fordern wir eine Anpassung von § 60 NBauO.<br><br>
In Ziffer 2.3 des Anhangs zu § 60 sind freistehende Solarenergieanlagen mit nicht mehr als 3 m Höhe und mit nicht mehr als 9 m Gesamtlänge als verfahrensfreie Baumaßnahmen definiert - &quot;außer im Außenbereich&quot;.<br><br>
Der Zusatz &quot;außer im Außenbereich&quot; soll ersatzlos gestrichen werden.<br><br>
Falls wichtige Gründe gegen die Streichung dieses Passus&#039; sprechen, fordern wir eine entsprechende Ergänzung des Anhangs zu § 60 NBauO, um kleine freistehende PV-Anlagen im Außenbereich zu ermöglichen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wer in Niedersachsen im Außenbereich eine kleine Windkraftanlage bis 15 Meter Höhe errichten will, braucht seit dem 1. Januar 2022 keine Genehmigung mehr (siehe Anhang zu § 60 NbauO, Ziffer 2.5).<br><br>
Für kleine freistehende PV-Anlagen fehlt eine vergleichbare Regelung.<br><br>
Es ist eine Änderung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) erforderlich, um kleine PV-Anlagen im Außenbereich ähnlich wie kleine Windkraftanlagen unbürokratisch zu ermöglichen.<br><br>
Konkret müssen die sogenannten verfahrensfreien Baumaßnahmen nach § 60, die im Anhang des Gesetzes aufgeführt sind, angepasst werden.<br><br>
Bisher ist im Außenbereich selbst für kleinste PV-Anlagen eine Genehmigung erforderlich (mit Ausnahme von herkömmlichen Dachanlagen sowie vertikalen Fassaden- und Zaunanlagen). Die Erteilung einer Genehmigung setzt in der Regel eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans voraus.<br><br>
Da die Kosten dafür im Allgemeinen dem Antragsteller/der Antragstellerin in Rechnung gestellt werden, ist das aus wirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar.<br><br>
Daher die Forderung, kleine freistehende PV-Anlagen im Außenbereich ähnlich wie kleine Windkraftanlagen zu behandeln. Was im Falle der PV-Anlagen als &quot;klein&quot; zu bezeichnen ist, muss definiert werden.<br><br>
So wie bei kleinen Windkraftanlagen die maximale Höhe definiert wurde, können die kleinen PV-Anlagen ebenso durch Höhe und Abmessungen abgegrenzt werden.<br><br>
Als Muster kann die aktuell geltende Regelung für den Innenbereich dienen. Gemäß NBauO sind freistehende PV-Anlagen mit bis 3 m Höhe und 9 m Länge verfahrensfrei. Wenn man diese Regelung für den Außenbereich übernimmt, reicht die ersatzlose Streichung der Einschränkung &quot;außer im Außenbereich&quot; aus, um freistehende Klein-PV-Anlagen im Außenbereich zu ermöglichen.<br><br>
Falls wichtige Gründe gegen die Streichung dieses Passus&#039; sprechen, kann alternativ eine entsprechende Ergänzung des Anhangs zu § 60 NbauO vorgenommen werden, um kleine freistehende PV-Anlagen im Außenbereich zu ermöglichen.<br><br>
Warum bzw. für wen ist das überhaupt wichtig?<br><br>
Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen finden wir zwar viele große bebaute Grundstücke im Außenbereich, oftmals aber nicht ausreichend große Dachflächen zur Errichtung von bedarfsdeckenden PV-Anlagen.<br><br>
Die Dächer können zum Beispiel durch erhaltenswerte Bäume verschattet sein, was den Ertrag einer PV-Anlage erheblich mindert und sich somit negativ auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt. Oder die Dächer sind aus anderen Gründen nicht geeignet, zum Beispiel wegen der Ausrichtung, aus Gründen der Statik oder aus Gründen des Denkmalschutzes. Oder die zur Verfügung stehenden Dachflächen sind schlichtweg zu klein, um den individuellen Strombedarf decken zu können, insbesondere beim Betrieb von Wärmepumpe(n) und E-Auto(s).<br><br>
Hier wäre es sehr hilfreich, wenn die Klein-PV-Anlage ohne bürokratische Hürden und ohne zusätzliche Kosten einfach als freistehenden Anlage für den Garten oder die Wiese nebenan konzipiert und gebaut werden könnte.<br><br>
Warum keine Kleinwindkraftanlage?<br><br>
Eine Kleinwindkraftanlage (bis 15 Meter Höhe) wäre theoretisch eine Alternative, jedoch sind die erforderlichen Investitionskosten für solch eine Anlage um ein Vielfaches höher als die Kosten, die für eine vergleichbare Klein-PV-Anlage aufgebracht werden müssen. Für eine Kleinwindkraftanlage kann aktuell durchschnittlich mit 6.000 Euro pro Kilowatt Leistung gerechnet werden (laut Kleinwind-Marktreport). Für eine vergleichbar dimensionierte PV-Anlage betragen die Kosten weniger als ein Drittel, und hier ist ein ausreichend großer Stromspeicher schon inklusive!<br><br>
Kleinwindkraftanlagen sind zwar genehmigungsfrei und somit ohne großen Bürokratieaufwand zu errichten, sie sind auf Grund der immensen Kosten aber leider nur etwas für Idealist:innen oder Personen mit zu großem Geldbeutel. Für alle anderen scheidet diese Möglichkeit aus, für sie brauchen wir die genehmigungsfreie freistehende Klein-PV-Anlage!<br><br>
Warum jetzt?<br><br>
Im Rahmen der aktuellen Zuhörkampagne “Über Morgen reden” ist der Wunsch nach unbürokratisch realisierbaren, freistehenden Klein-PV-Anlagen im Außenbereich mehrfach geäußert worden. Wenn wir diese Kampagne und die geäußerten Ideen und Begehren ernst nehmen, dann sollten wir diese Anliegen möglichst zeitnah aufnehmen und den ein oder anderen Vorschlag nach Möglichkeit schon vor der Kommunalwahl im September umsetzen, in dem wir diesen Antrag auf der LDK beschließen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Mon, 06 Apr 2026 13:22:15 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA8: Koloniale Vergangenheit erinnern – Verantwortung übernehmen: Kolonialismus als Teil der niedersächsischen Erinnerungspolitik verankern</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Koloniale-Vergangenheit-erinnern-Verantwortung-ubernehmen-Koloniali-38612</link>
                        <author>Lena Nzume (KV Oldenburg-Stadt)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Koloniale-Vergangenheit-erinnern-Verantwortung-ubernehmen-Koloniali-38612</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Landesdelegiertenkonferenz möge beschließen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Ausgangslage</strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 25. März 2026 – dem Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels – hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen auf Antrag Ghanas mit 123 Ja-Stimmen eine historische Resolution verabschiedet. Darin wird der transatlantische Sklavenhandel als schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft. Die Resolution verurteilt Sklaverei, Kolonialismus und Rassismus als systemisches Unrecht, das bis heute fortwirkt, und ruft alle Mitgliedsstaaten zu Anerkennung, Entschuldigung und Wiedergutmachung auf.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland hat sich enthalten – gemeinsam mit allen 27 EU-Mitgliedsstaaten. Diese Enthaltung ist keine neutrale Position. Sie ist eine erinnerungspolitische Entscheidung: die Verweigerung einer klaren Haltung zur eigenen Kolonialgeschichte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig läuft seit Januar 2025 die Zweite Internationale Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Herkunft (2025–2034). Sie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, strukturelle Ursachen von Diskriminierung und anti-Schwarzen Rassismus gemeinsam mit afrodiasporischen Communitys und der Zivilgesellschaft systematisch und verbindlich anzugehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Den deutschen Kolonialismus aufzuarbeiten bedeutet nicht, den Holocaust zu relativieren. Es bedeutet, beide Dimensionen historischer Verantwortung gleichzeitig anzuerkennen. Erinnerung ist kein Wettbewerb – sie ist ein Gebot der historischen Ehrlichkeit und der Gerechtigkeit gegenüber den Betroffenen. Historische Forschung hat längst die Verbindungen und Schnittmengen zwischen der Geschichte des Kolonialismus und der Geschichte des Nationalsozialismus herausgearbeitet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Niedersachsens koloniale Geschichte ist keine ferne Vergangenheit </strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Straßennamen, Museen, Denkmäler – die Spuren des Kolonialismus sind in Niedersachsen allgegenwärtig, doch oft bleibt der geschichtliche Zusammenhang unsichtbar. Die Erinnerung an den deutschen Kolonialismus ist in Niedersachsen noch immer nicht fest in der Erinnerungskultur verankert. Dabei ist Kolonialgeschichte auch niedersächsische Landesgeschichte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Niedersächsische Soldaten beteiligten sich am Krieg gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika – dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Völkerschauen, etwa im Zoo Hannover oder Oldenburg, zeigten Menschen aus Kolonialgebieten und transportierten rassistische Stereotype, indem die Ausgestellten als „minder-ziviliisert“ und „minderwertig“ herabgewürdigt wurden. Allein im Zoo Hannover wurden 14 Völkerschauen auf dem Gelände des Zoos Hannover durchgeführt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Niedersächsische Unternehmen wie Bahlsen und Continental profitierten von Rohstoffen aus Kolonialgebieten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Niedersächsische Seehäfen spielten während der deutschen Kolonialzeit eine wichtige Rolle als Umschlagplätze für Importe aus den Kolonien und als Infrastrukturknotenpunkte. Wilhelmshaven diente als Hauptmarinestützpunkt der Kaiserlichen Marine und war direkt mit der Sicherung kolonialer Interessen und der Durchsetzung der kolonialen Herrschaft verbunden. Der Hafen Emden diente als Umschlagplatz für Kolonialwaren und war in Handelsnetze eingebunden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Niedersächsische Museen verwahren umfangreiche Sammlungen aus kolonialen Kontexten, deren Provenienz noch immer nicht vollständig erforscht ist.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>In vielen Niedersächsischen Städten werden Kolonialverbrecher wie Carl Peters durch Straßennamen und Denkmäler geehrt, von denen einige erst nach langen zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzungen umbenannt wurden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig lassen sich Spuren des kolonialen Widerstandes sowie Zeugnisse von Schwarzen Deutschen und ihren Lebensgeschichten in Niedersachsen finden. Umso wichtiger sind die vielen dekolonialen und postkolonialen Initiativen und Organisationen, die sich dafür einsetzen, die koloniale Geschichte Niedersachsens sichtbar zu machen. Diese Ansätze wollen wir Grüne gezielt stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Der Landesverband Niedersachsen fordert deshalb das Land Niedersachsen und die Grüne Landtagsfraktion auf, den deutschen Kolonialismus als Teil der niedersächsischen Erinnerungspolitik zu verankern und die genannten Forderungen (parlamentarisch) umzusetzen: </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>A) Die Erweiterung der Erinnerungspolitik und Konzeption für die Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Niedersachsen zu entwickeln </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li>Die Landesregierung aufzufordern, eine eigenständige Konzeption für die Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Niedersachsen zu entwickeln. Diese soll Niedersachsens Verflechtungen mit der deutschen Kolonialgeschichte sichtbar machen, die daraus resultierende historische Verantwortung benennen. Ziel ist es, einen Prozess anzustoßen, der gemeinsam mit Wissenschaft, Zivilgesellschaft und afrodiasporischen Communitys einen Rahmen für die niedersächsische Erinnerungskultur weiterentwickelt, in dem die deutsche koloniale Vergangenheit als eigenständiger Schwerpunkt verankert wird.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>B) Erinnerungsorte zur deutschen und niedersächsischen Kolonialgeschichte zu identifizieren und zu fördern</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li>Sich dafür einzusetzen, dass das Land Niedersachsen eine plurale und diversifizierte Erinnerungspolitik aufbaut, dazu gehört die dauerhafte, sichtbare Lern- und Erinnerungsorte zur deutschen und niedersächsischen Kolonialgeschichte zu fördern – an Standorten mit historischem Bezug, von öffentlicher Bedeutung, entwickelt gemeinsam mit betroffenen Communitys.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li>Historische Orte, Bezüge und Verbindungen zur Kolonialgeschichte in Niedersachsen systematisch zu erfassen und öffentlich zugänglich zu machen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li>Die Provenienzforschung in Museen und ethnologischen Sammlungen Niedersachsens auszubauen und das PAESE-Verbundprojekt dauerhaft zu fördern. Gemeinsame Forschungsprojekte mit postmigrantischen Initiativenund Expert*innen aus den Herkunftsländern sind zu fördern. Objekte und menschliche Überreste aus kolonialen Kontexten sind mit dem Ziel der Rückgabe zu erforschen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="5"><li>Einführung eines strukturierten Prozesses zur Umbenennung kolonial geprägter Straßennamen und Gedenkorte.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>C) Forschung, Bildung und Wissenschaft zum deutschen Kolonialismus zu stärken </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="6"><li>Das Wissen über den deutschen Kolonialismus, seine Verbrechen und seine Kontinuitäten bis heute verbindlich in allen Lehrplänen und Schulmedien zu verankern – von Kunst bis Naturwissenschaften, insbesondere als Querschnittsthema in Geschichte, Politik und Gesellschaftslehre. Didaktische Materialien sind gemeinsam mit afrodiasporischen Communitys zu entwickeln.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="7"><li>Die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, aktivistischen Gruppen und wissenschaftlichen Einrichtungen auszubauen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="8"><li>Verankerung von kolonialkritischen und rassismuskritischen Perspektiven in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Sowie Stärkung der politischen Bildung, insbesondere zu Themen wie Rassismus, Kolonialismus und demokratischer Teilhabe – auch für Erwachsene.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="9"><li>Einen Förderfonds für zivilgesellschaftliche Projekte zu einer (selbst)kritischen und dekolonisierenden Erinnerungskultur einzurichten – mit dauerhafter, struktureller Finanzierung statt projektbasierter Einzelförderung.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>D) Eine Bundesratsinitiative anzustrengen, mit der die Bundesebene aufgefordert wird, die Deutsche Kolonialgeschichte aufzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="10"><li>Im Bundesrat eine Initiative einzubringen, mit der Niedersachsen die Bundesregierung auffordert, die UN-Resolution vom 25. März 2026 inhaltlich anzuerkennen, die Zweite UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2025–2034) mit einer verbindlichen Bundesstrategie umzusetzen und die historische Verantwortung Deutschlands aus der Kolonialzeit offiziell anzuerkennen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="11"><li>Globale und internationale Kontexte einzubeziehen, eurozentrische Perspektiven zu überwinden und Kooperationen mit Expert*innen aus dem Globalen Süden zu fördern.</li></ol></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dieser Antrag knüpft an den LDK-Beschluss von Osterholz-Scharmbeck (Mai 2019) an und aktualisiert ihn um den internationalen Rahmen der UN-Resolution vom 25. März 2026 sowie der Zweiten UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2025–2034). Die Kernforderungen von 2019 haben an Aktualität nichts verloren – im Gegenteil: Die globale Gemeinschaft hat nun klar gesprochen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung 2022-2927 erkennt die Bedeutung der Aufarbeitung des kolonialen Erbes an. Er fordert die Verbindung von Provenienzforschung und Bildungsarbeit, die Reform von Schulmaterialien und Lehrplänen sowie eine stärkere Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Diese Zielsetzungen müssen durch konkrete Maßnahmen realisiert werden. Es ist Zeit, dass Niedersachsen handelt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine lebendige, mehrdimensionale und zukunftsgerichtete Erinnerungskultur ist für das demokratische Bewusstsein von entscheidender Bedeutung. Sie muss aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskurse aufgreifen. Dazu gehört, Verbrechen gegen die Menschlichkeit diversitätsorientiert und multiperspektivisch einzubeziehen. Angesichts wachsender rechtsextremer Tendenzen ist es besonders wichtig, Erinnerungskultur widerstandsfähig zu gestalten – gegen Relativierung, Ausgrenzung und autoritäre Versuchungen. Die Kolonialzeit hat globale Machtverhältnisse, wirtschaftliche Ungleichheiten und ökologische Krisen nachhaltig geprägt. Die Folgen des Kolonialismus sind bis heute spürbar. Anti-Schwarzer Rassismus zeigt sich weiterhin strukturell – in Bildung, auf dem Arbeitsmarkt, im Alltag. Diese Kontinuitäten ernst zu nehmen heißt, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Veränderungen einzuleiten. Um den heute existierenden strukturellen Rassismus zu verstehen und zu bekämpfen, müssen die historischen Wurzeln und Kontinuitäten bis in die Gegenwart thematisiert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Über eine Million Menschen afrikanischer Herkunft leben in Deutschland. Dem Engagement vieler Historiker*innen, Bürgerinitiativen und Künstler*innen aus Europa und dem Globalen Süden, auch und vor allem aus der afrikanischen Diaspora, ist es zu verdanken, dass die koloniale Vergangenheit und deren Nachwirkungen zunehmend in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden. Diese Arbeit wollen wir Grüne gezielt stärken. Wir Grüne Niedersachsen stehen an ihrer Seite und fordern: Aufarbeitung mit betroffenen Communitys – nicht über sie. Zivilgesellschaftlichen Initiativen und der Wissenschaft setzen sich für eine plurale Erinnerungskultur ein. Die Wissenschaftliche Forschung hat zudem deutlich gemacht, dass Kolonialismus und Nationalsozialismus nicht isoliert betrachtet werden können. Es bestehen historische Verflechtungen und ideengeschichtliche Kontinuitäten, die eine gemeinsame Betrachtung sinnvoll machen. Eine Erinnerungskultur, die unterschiedliche Narrative miteinander ins Gespräch bringt, stärkt das historische Reflexionsvermögen und entspricht den Anforderungen einer pluralen, demokratischen Gesellschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Niedersachsen hat die Chance, hier voranzugehen: mit einer klaren Strategie, einer gestärkten Erinnerungskultur und wirksamem Diskriminierungsschutz – für eine offene, gerechte und demokratische Gesellschaft.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 19:57:34 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ä1 zu KPE1: Kommune heißt gemeinsam</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/kommune-heisst-gemeinsam-55427/104368</link>
                        <author>LAG Gesundheit und Pflege (dort beschlossen am: 30.03.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/kommune-heisst-gemeinsam-55427/104368</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_57180_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 146 bis 149:</h4><div><p>Schüler*innen Zugang zu digitalem Lernen bekommen. Wir sorgen vor Ort dafür, dass diese Geräte auch sinnvoll genutzt werden können.<del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><br><br><strong>Gemeinsam halten wir Respekt und Demokratie lebendig</strong></del></p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Gemeinsam bleiben wir gesund und sicher versorgt</p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Ein gutes Leben in unseren Kommunen entscheidet sich auch daran, wie schnell wir im Notfall Hilfe finden und wie wir versorgt werden, wenn wir älter werden. Gesundheit ist keine Ware, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Besonders im ländlichen Raum, von der Nordseeküste bis in den Harz, wollen wir eine medizinische Versorgung, die nah bei den Menschen bleibt.</p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Wo klassische Arztpraxen fehlen, gehen wir neue Wege: Wir stärken die Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen und fördern den Ausbau von Telemedizin, Regionalen Gesundheitszentren (RGZ) und kommunalen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Hier arbeiten Haus- und Fachärzt*innen Hand in Hand mit Therapieberufen unter einem Dach – oft ergänzt durch Cafés oder Bürgerbüros, um die Ortskerne lebendig zu halten. Um die wohnortnahe Versorgung auf ein neues Fundament zu stellen, setzen wir auf moderne, multiprofessionelle Teams. Neben der klassischen ärztlichen Behandlung integrieren wir gezielt neue Gesundheitsberufe wie Pflegeexpertinnen und Gemeindenotfallsanitäter und schaffen damit niedrigschwellige Angebote vor Ort in den Gemeinden.</p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Gute Pflege braucht Gemeinschaft. Die meisten Menschen in unseren Dörfern und Städten möchten so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. Wir fördern innovative Wohnformen wie ambulant betreute Wohngemeinschaften und investieren in die Barrierefreiheit unserer Quartiere, damit Einsamkeit im Alter verhindert wird. Durch den Ausbau von Kurzzeitpflegeplätzen und lokalen Entlastungsangeboten schaffen wir die nötigen Freiräume für pflegende An- und Zugehörige.</p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Eine bedarfsgerechte medizinische und pflegerische Versorgung stärkt unsere Kommunen – wir sorgen dafür, dass sie auch auf dem Land stabil bleibt.</p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><br><strong>Gemeinsam halten wir Respekt und Demokratie lebendig</strong></p></div></div></section><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text"><p>Die Kommunalpolitische Erklärung deckt wichtige Säulen der Daseinsvorsorge ab, lässt jedoch einen der drängendsten Sorgenpunkte der Menschen aus: die Zukunft der medizinischen Versorgung und Pflege.</p>
<p>In vielen niedersächsischen Regionen, insbesondere im ländlichen Raum, gibt es die Sorge vor einer Unterversorgung durch Fachkräftemangel und Klinikschließungen. Wir müssen deutlich machen, dass GRÜNE für eine wohnortnahe Versorgung stehen und konkrete Antworten auf den Strukturwandel in der Fläche haben.</p>
<p>Ohne diesen Abschnitt bliebe eine nicht nachvollziehbare Leerstelle in unserem Angebot an die Wähler*innen für die Kommunalwahl 2026.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 14:10:19 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>wA6: Rassismus in staatlichen Institutionen wirksam begegnen: Rechtsschutz stärken, Beschwerdestellen etablieren, Verwaltungskultur fortentwickeln</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Rassismus-in-staatlichen-Institutionen-wirksam-begegnen-Rechtsschutz-11476</link>
                        <author>Landesvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026)</author>
                        <guid>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/Rassismus-in-staatlichen-Institutionen-wirksam-begegnen-Rechtsschutz-11476</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Gesellschaft, die historisch und gegenwärtig durch Rassifizierung strukturiert ist, kann keine Institutionen hervorbringen, die automatisch frei von rassistischen Wirkungen sind. Rassistische Diskriminierung wirkt demnach als strukturelles und institutionelles Problem in staatlichen Institutionen, darunter auch Schule, Polizei oder Gesundheitswesen, Verwaltungspraktiken und Behörden. Institutionen müssen als Teil dieser Gesellschaft deshalb aktiv verändert werden, denn sie entwickeln sich nicht von selbst. Sie verändern sich durch politischen Willen und gesellschaftlichen Druck.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als GRÜNE Niedersachsen stehen wir für eine Verwaltung, die Vielfalt schützt, gleiche Rechte garantiert und diskriminierungssensibel handelt. Wir wollen staatliche Institutionen so weiterentwickeln, dass sie allen Menschen gerecht werden. In der Landesregierung haben wir unter anderem einen Landesaktionsplan gegen Rassismus auf den Weg gebracht, um dem Ziel einer Gesellschaft ohne Rassismus näherzukommen. Gleichzeitig bemerken wir im Bund den Rollback: Anstatt dafür zu arbeiten, dass unsere Gesellschaft besser zusammenwächst, werden überall Mittel gekürzt oder gestrichen. Rassistische Aussagen des Bundeskanzlers und anderer ranghoher Politiker*innen, die unser Land repräsentieren sollen, beschämen uns. Wir appellieren eindringlich an Union und SPD, von ihrem destruktiven Kurs abzukehren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Niedersachen braucht klare rechtliche Rahmensetzungen wie den Landesaktionsplan gegen Rassismus, unabhängige Unterstützungs- und Beschwerdemöglichkeiten sowie strukturelle Veränderungen in Behörden, um diesem Vertrauen gerecht zu werden und rassismuskritische Perspektiven institutionell zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Häufig ist eine engagierte Zivilgesellschaft das dringend benötigte Korrektiv für staatliches Versagen. Der Tod von Lorenz nach einem Polizeieinsatz in Oldenburg hat viele Menschen tief erschüttert. Für zahlreiche Betroffene rassistischer Diskriminierung steht er exemplarisch für die Angst, staatlichem Handeln schutzlos ausgeliefert zu sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine demokratische Gesellschaft darf sich nicht damit zufriedengeben, vermeintliche Einzelfälle zu bedauern. Sie muss Strukturen hinterfragen, Verantwortung übernehmen und Konsequenzen ziehen. Antirassistische Reformen von Polizei und Verwaltung sind Ausdruck demokratischer Selbstkorrektur, kein Misstrauensvotum gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Aufarbeitung bedeutet juristische Klärung und politisches Lernen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Diskriminierungsschutz umfassend gewährleisten</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen uns auf Bundesebene für eine Ausweitung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ein, damit es auch im Verhältnis zwischen staatlichen Institutionen und Bürger*innen vollumfänglich gilt. Der Schutz vor Diskriminierung darf nicht an der Tür zur Behörde enden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bis zu einer bundesrechtlichen Reform unterstützen wir landesrechtliche Initiativen, die bestehende Schutzlücken schließen und effektiven Rechtsschutz gegen diskriminierendes Verwaltungshandeln ermöglichen. Dazu erarbeiten wir gemeinsam mit unserer Koalitionspartnerin in Niedersachsen ein Landesantidiskriminierungsgesetz und lösen unser Versprechen ein, das wir im Koalitionsvertrag gegeben haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Unabhängige Beschwerdestrukturen schaffen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen langfristig unabhängige Beschwerde- und Beratungsstellen außerhalb behördlicher Hierarchien etablieren. Betroffene müssen sich niedrigschwellig, vertraulich und ohne Angst vor Nachteilen an externe Stellen wenden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Stellen sollen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beschwerden aufnehmen und begleiten,<br>
strukturelle Problemlagen identifizieren,<br>
Empfehlungen zur Organisationsentwicklung geben,<br>
regelmäßig öffentlich berichten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Rassismuskritische Personal- und Organisationsentwicklung verankern</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Rassismuskritik ist Kern professionellen Verwaltungshandelns. Das zeigt sich im Landesaktionsplan gegen Rassismus. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>rassismuskritische Fortbildungen verbindlicher Bestandteil der Personalentwicklung werden,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Führungskräfte systematisch für Diskriminierungsrisiken sensibilisiert werden,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Reflexionsräume für Verwaltungspraxis dauerhaft etabliert werden,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Diversitätskompetenz als Qualifikationsmerkmal gestärkt wird.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Organisationsentwicklung muss strukturell ansetzen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4. Transparenz und Nachvollziehbarkeit staatlichen Handelns stärken</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nachvollziehbare Entscheidungen sind ein zentraler Schutz vor Diskriminierung. Transparenz stärkt Vertrauen und ermöglicht Lernen. Wir wollen transparente Verfahrensstandards, nachvollziehbare Dokumentationspflichten, regelmäßige Berichte über Diskriminierungsbeschwerden und ergriffene Maßnahmen, Evaluationen zur diskriminierungssensiblen Verwaltungspraxis und die frühzeitige Begleitung und Evaluation KI-unterstützter Verfahren auf diskriminierende Algorithmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>5. Beschäftigte schützen und empowern</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind von rassistischer Diskriminierung betroffen. Wir setzen uns dafür ein, dass:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>klare interne Ansprechstellen eingerichtet werden,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Schutzmechanismen gegen Repressalien greifen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Betroffene Unterstützung und Beratung erhalten,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>diskriminierende Strukturen konsequent aufgearbeitet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Eine diskriminierungskritische Verwaltung beginnt bei guten Arbeitsbedingungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>6. Vielfalt im öffentlichen Dienst aktiv fördern</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Verwaltung, die die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt, ist gerechter und leistungsfähiger. Das Teilhabe und Partizipationsgesetz das wir auf den Weg bringen werden sieht vor, die interkulturelle Öffnung der Landesverwaltungen zu fördern. Wir unterstützen daher:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die aktive Ansprache und Gewinnung von Menschen mit Rassismuserfahrungen für den öffentlichen Dienst,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>diversitätssensible Auswahlverfahren,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gezielte Förderprogramme auf allen Hierarchieebenen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Strategien gegen strukturelle Zugangsbarrieren</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Institutionelle Diskriminierung gefährdet die gleichberechtigte Teilhabe einzelner Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben, untergräbt das Vertrauen in staatliche Institutionen und schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die InRa-Studie „Institutionen &amp; Rassismus“ zeigt auf Basis empirischer Untersuchungen, dass bestehende Strukturen und Abläufe in Behörden rassismuskritische Grenzen offenbaren und Handlungslücken im Rechtsschutz bestehen. Zugleich identifiziert die Studie konkrete Ansatzpunkte, um Verwaltungspraxis, Personalentwicklungsprozesse und Beschwerdemöglichkeiten rassismuskritisch weiterzuentwickeln und Rechtslücken zu schließen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Vor diesem Hintergrund setzen wir uns dafür ein, dass das Land Niedersachsen diskriminierungsfreie Verwaltungspraxis, rechtsverbindliche Schutzmechanismen und institutionelles Empowerment von Betroffenen rassistischer Diskriminierung gewährleistet.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 12:49:59 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ww1: Nachhaltige Wasserpolitik für Niedersachsen</title>
                        <link>https://LDK-Emden-2026.antragsgruen.de/LDK-Emden-2026/nachhaltige-wasserpolitik-fur-niedersachsen-54810</link>
                        <author>Landesvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Blick auf unser schönes Niedersachsen zeigt, wie eng unser Leben mit Wasser verbunden ist: Flüsse durchziehen das Land, prägen Landschaften und Lebensräume, versorgen Natur, Mensch, Industrie und Landwirtschaft. Es ist Lebensmittel, Gemeingut, Lebensraum, Klimaregulator und prägend für Landschaften, Biodiversität, Lebensmittelerzeugung und menschliche Gesundheit.<br><br>
Ein heißer Sommertag, trockene Böden, sinkende Pegelstände – und gleichzeitig Starkregen, der nicht mehr versickern kann: Wasser zeigt in Niedersachsen immer häufiger zwei Extreme. Was lange als verlässliche Ressource galt, gerät aus dem Gleichgewicht. Wasser wird knapp und droht auch unsere Flüsse, Bäche und Gewässer auszutrocknen. Die Klimakrise verändert Verfügbarkeit, Verteilung und Qualität unseres Wassers spürbar das ganze Jahr über. Damit wird klar: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser ist entscheidend dafür, dass auch zukünftige Generationen gut in Niedersachsen leben können.<br><br>
Wasser ist keine beliebige Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das es zu schützen gilt. Es ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, Teil funktionierender Ökosysteme und Teil globaler Klimagerechtigkeit. Eine zukunftsfähige Wasserpolitik muss das Gemeinwohl vor Einzelinteressen stellen und sich an ökologischen Belastungsgrenzen orientieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Schutz vor zu viel Wasser durch Hochwasserschutz und natürliche Rückhaltesysteme</strong><br><br>
Wir können die globale Klimakrise nicht mehr ganz aufhalten. Wir können sie nur noch abmildern und versuchen, ihre Folgen zu beherrschen. Als Küstenland sind wir durch den steigenden Meeresspiegel in Niedersachsen massiv betroffen. Wir erhöhen deshalb unter hohem Kostenaufwand die Deiche entlang der gesamten niedersächsischen Küste um mindestens einen Meter, um dringend nötigen Schutz zu bieten.<br><br>
Auch im Binnenland führen zunehmende Starkregen und Hochwasser zu vermehrten Schäden, weil Siedlungen, Infrastruktur und Landschaft Wasser nicht ausreichend aufnehmen und speichern können. Versiegelte Flächen, begradigte Flussläufe und entwässerte Moore verschärfen diese Probleme.<br><br>
Schutz vor Hochwasser und Starkregen ist für uns in erster Linie Daseinsvorsorge: Niedersachsen hat daher mit dem Klimagesetz als erstes Bundesland nicht nur Klimaschutz, sondern auch die Klimafolgenanpassung zur kommunalen Pflichtaufgabe gemacht und finanziert dies im Rahmen der Konnexität. Bis 2028 müssen alle Landkreise, die Region Hannover und die kreisfreien Städte ein Klimafolgenanpassungskonzept vorlegen. Niedersachsen fördert Klimafolgenanpassung, Hochwasserschutz und Wassermanagement als Daueraufgabe und hat die Mittel dafür massiv aufgestockt. Beispiele dafür sind das Sondervermögen Hochwasserschutz, die Mittel für Hochwasserschutz im Binnenland und den Küstenschutz, Gelder für den kommunalen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, Mittel für die Renaturierung von Mooren, Wäldern, Auen und Fließgewässern oder Stellen beim NLWKN für Küsten- und Hochwasserschutz. Wir investieren außerdem in Speicherbecken für die Landwirtschaft, die in regenreichen Zeiten gefüllt und in Dürreperioden zur Beregnung der Felder genutzt werden können. Außerdem fördern wir effiziente Beregnungstechnik und die Aufbereitung von bereits genutztem Wasser. Dafür stellt das Landwirtschaftsministerium zusätzliche 100 Mio. Euro aus Infrastrukturmitteln des Bundes bereit. All das sind wichtige Investitionen in die Zukunft des Landes.<br><br>
Wir geben Wasser wieder Raum. Natürliche und naturnahe Fließgewässer sind deutlich resilienter als ausgebaggerte Kanäle. Wo es möglich ist, verlegen wir daher Deiche zurück und binden Auen wieder an den Fluss an. Entsprechende Maßnahmen des Blauen Bandes entlang der großen niedersächsischen Wasserstraßen unterstützen wir. Wo wir können, fördern wir die Renaturierung von Feuchtgebieten und schaffen natürliche Retentionsräume. Durch ihre Fähigkeit, Wasser wie ein Schwamm aufnehmen zu können, können auch Moore einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Gleichzeitig sind intakte Moore Lebensraum inzwischen selten gewordener Arten und binden enorme Mengen CO2. Indem wir ihre Wiedervernässung fördern, schützen wir uns, das Klima, den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt. Wir unterstützen Paludi-Kulturen, also Landwirtschaft auf nassen Böden, um die Wiedervernässung von Moorstandorten mit Landwirtschaft vereinbar zu machen.<br><br>
Städte brauchen Entsiegelung, Gründächer, Regenrückhalteflächen, Versickerungsräume und natürliche Wasserspeicher als festen Bestandteil der Infrastruktur. Niedersachsen hat daher das Entsiegelungskataster zur Pflicht gemacht und fördert Brachflächenrecycling, Entsiegelung, Multifunktionsflächen und Biotopvernetzung. Mit dem neuen digitalen Entsiegelungskataster geben wir Kommunen eine handfeste Planungshilfe auf dem Weg zur wassersensiblen Schwammstadt.<br><br><strong>Lebendiges Wasser</strong><br><br>
Gewässerlandschaften sind Hotspots der Biodiversität. Ihre Funktionen gehen weit über den Wasserhaushalt hinaus: Sie schaffen Lebensräume für zahlreiche gefährdete Pflanzenarten, für Säugetiere, Fische, Vögel, Amphibien, Insekten und viele andere Kleintiere. Zerstörung, Verinselung, Strukturverlust und Habitatfragmentierung haben in den letzten Jahrzehnten viele Arten bedroht, zurückgedrängt oder gar verschwinden lassen.<br><br>
Das Land Niedersachsen hat sich im Zuge des Volksbegehrens Artenvielfalt bereits 2021 verpflichtet, auf 15 % der Landesfläche und 10 % der Offenlandfläche einen landesweiten Biotopverbund aufzubauen. Wichtiges Verbindungselement ist unser Netz an Fließgewässern. Wir verbinden Bäche, Flüsse und Stillgewässer wie Seen mit den zugehörigen Gewässerrandstreifen und Entwicklungskorridoren als Netz naturnaher Gewässer und Auen und sichern diese über die Landesraumordnung ab.<br><br>
Im neuen Wassergesetz stärken wir die natürliche Gewässerentwicklung und beschleunigen Verfahren, die der Umwelt nützen und priorisieren sie. Wir sehen hier in der Renaturierung unserer Gewässer auch hinsichtlich der Rückkehr heimischer Arten große Chancen. In den vergangenen Jahrzehnten sind Amphibienbestände stark zurückgegangen. Hauptursachen sind der Verlust geeigneter Lebensräume sowie die mangelnde Vernetzung von Gewässer- und Landlebensräumen. Besonders betroffen sind Arten, die auf dynamische Gewässerstrukturen angewiesen sind, sodass sich viele Amphibienarten inzwischen stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht sind. Damit die Tiere sich wieder ausbreiten können, sind Maßnahmen zum dauerhaften Schutz von Arten und ihren Lebensräumen sowie der Verbesserung ihres Erhaltungszustandes erforderlich. Die durch das Volksbegehren geschaffenen zusätzlichen ökologischen Stationen sind wichtige Akteure bei der Umsetzung. Deshalb wollen wir sie erhalten, stärken und dauerhaft absichern.<br><br><strong>Fließendes Wasser</strong><br><br>
Naturnahe Gewässerstrukturen, Vernetzung von Lebensräumen und die Barrierefreiheit für Wasserorganismen sind zentrale Bestandteile eines gesunden Gewässersystems. Wehre, Staustufen und andere Querbauwerke, die Wanderungsbewegungen von Fischen und Kleinorganismen verhindern oder massiv in die natürliche Gewässerdynamik eingreifen, gehören zurückgebaut oder, wo nicht möglich, zumindest mit wirkungsvollen Umgehungsstrukturen versehen. Ohne die ökologische Durchgängigkeit kann der gute ökologische Zustand auch bei reduzierten Belastungen nicht erreicht werden. Wir Grüne fordern daher eine Rückbauprämie für alte Wehre, mehr Fischdurchlässigkeit an Wasserkraftwerken und eine rechtliche Fristsetzung für Verstärkung der Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.<br><br><strong>Sauberes Wasser</strong><br><br>
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bildet das fachliche und rechtliche Fundament für die Entwicklung unserer Gewässer. Sie fordert für Flüsse, Seen, Küstengewässer einen „guten chemischen und ökologischen Zustand“ und für Grundwasser einen guten chemischen und mengenmäßigen Zustand. Die Fachbehörden und die Umweltverbände weisen darauf hin, dass bislang nur ein sehr kleiner Anteil der Gewässer diese Anforderungen erreicht. Durch den Klimawandel verschärft sich auch die chemische Situation unserer Oberflächengewässer, denn die Erwärmung des Wassers führt zusammen mit einem hohen Nährstoffgehalt zu starker Sauerstoffzehrung.<br><br>
In Niedersachsen hatten wir in den letzten Jahren gravierende Fischsterben auch aufgrund diffuser Einträge von Sedimenten und Düngemitteln in die Gewässer. Es ist daher sehr gut, dass wir infolge des Volksbegehrens Artenvielfalt Gewässerrandstreifen von 3 bis 10 Meter Breite gesetzlich vorgeschrieben haben. Diese wollen wir weiter ökologisch aufwerten und fordern gemeinsam mit Umweltverbänden und Landwirten ein neues Förderprogramm zur aktiven ökologischen Gestaltung der Gewässerränder und weiteren Reduzierung der Nährstoff- und Pestizideinträge.<br><br>
In Niedersachsen als Agrarland Nr. 1. fallen in der Tierhaltung erhebliche Mengen an Gülle und Geflügelkot an, die bei nicht angepasster Ausbringung unser Grundwasser und unsere Oberflächengewässer erheblich belasten. Deshalb haben wir das Beratungsangebot zur gewässerschonenden Landbewirtschaftung kontinuierlich ausgebaut. Durch Maßnahmen in besonders belasteten Gebieten konnten die zu hohen Werte für Nitrat und Phosphor kontinuierlich gesenkt werden. In einigen Landkreisen werden die Grenzwerte aber weiterhin überschritten. Wir setzen uns dafür ein, dass Gewässerschutzmaßnahmen an der Schadstoff-Quelle ansetzen und damit zielgerichteter umgesetzt werden. Zur Reinhaltung unseres Grundwassers ist es erforderlich, die landwirtschaftliche Stickstoffdüngung hinsichtlich der Menge und des Ausbringungszeitpunkts besser an den Bedarf der Nutzpflanzen anzupassen.<br><br>
Auch der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, aber auch in privaten Gärten muss weiter reduziert werden. Die Pestizidreduktionsstrategie ist dabei der richtige Weg. Zudem fordern wir auch weiterhin ein Verbot des Totalherbizids Glyphosat und ähnlicher Mittel. Den Vorstoß der EU, Pestizide auf unbegrenzte Zeit zu erlauben, lehnen wir ab. Die kürzlich zurückgezogene Studie, die die vermeintliche Unbedenklichkeit von Glyphosat belegen sollte, wurde als nicht haltbar bewertet. Das zeigt, dass man sich stets an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren muss und somit keine unbeschränkten Zulassungen versprechen kann. Im privaten Bereich sind Pestizide in der Regel völlig unnötig, daher fordern wir ein Verkaufsverbot von chemischen Pflanzenschutzmitteln an Privatleute.<br><br><strong>KARL kommt!</strong><br><br>
Schadstoffe wie Arzneimittelrückstände, Mikroplastik, PFAS-„Ewigkeitschemikalien“, hormonähnliche Substanzen, Pestizide oder Chemikaliencocktails belasten Gewässer und Trinkwasserressourcen. Die aufwendige Reinigung des verschmutzten Wassers verursacht hohe Kosten und einen beträchtlichen Energieaufwand, die bisher jede*r einzelne Verbraucher*in über die Abwassergebühren bezahlt.<br><br>
Wir machen sauberes Wasser zum politischen Schwerpunkt und stehen für einen vorsorgenden Gewässer- und Verbraucherschutz, der das Verursacherprinzip stärkt und diejenigen in die Verantwortung nimmt, die Grundwasser, Flüsse und Seen belasten.<br><br>
Klar ist auch: Die Verursacher der Verschmutzung müssen zahlen. Zentral ist das EU-Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung, insbesondere für Arzneimittel und Kosmetika: Es verteilt Reinigungskosten fair, entlastet Verbraucher*innen und fördert eine nachhaltigere Produktion.<br><br>
Die europäische Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) legt dafür endlich die rechtliche Grundlage und eröffnet neue Chancen für sauberes Wasser. Die Hersteller von Arzneien und Kosmetik sollen mindestens 80 Prozent der Investitions- und Betriebskosten für die Entfernung von Mikroschadstoffen in einer vierten Reinigungsstufe übernehmen. Wir halten es für richtig und nachhaltig, die Kosten der vierten Reinigungsstufe nicht auf die Kommunen und Verbraucher, sondern die Verursacher umzulegen, die damit auch Anreize zur schadstoffärmeren Produktion (bspw. ohne PFAS) haben.<br><br><strong>Kein Salz in unsere Weser</strong><br><br>
An der Oder konnten wir 2022 beobachten, dass verschiedene Umwelteinflüsse (langandauernde hohe Temperaturen, niedrige Wasserstände) zusammen mit hohen Salzeinleitungen sich toxisch auf das gesamte Ökosystem ausgewirkt haben. Ein gigantisches Fischsterben war die Folge. Auch industrielles Abwasser bereitet unseren niedersächsischen Gewässern Probleme. Die Versalzung der Werra und der Weser durch salzhaltige Abwässer aus der Kaliproduktion und Altlasten ist seit Jahrzehnten ein ernstes Umweltproblem. Sie schädigt Ökosysteme, beeinträchtigt Wasserqualität und belastet Anwohner*innen. Für uns GRÜNE ist klar: Dauerhafte Salzbelastungen dürfen nicht als Normalzustand akzeptiert, sondern müssen beendet werden.<br><br>
Das von allen Bundesländern vereinbarte Ziel, die Weserversalzung durch Produktionsabwässer von K+S bis 2027 vollständig zu beenden, wird nun erneut von Hessen in Frage gestellt. Das hessische Regierungspräsidium in Kassel darf die neue Genehmigung nicht erteilen, die K+S für über 2027 hinaus nun gestellt hat. Niedersachsen wird sich auch weiterhin innerhalb der FGG Weser für die Einhaltung der vereinbarten Zielwerte einsetzen.<br><br><strong>Nationalpark Wattenmeer schützen</strong><br><br>
Der Klimawandel verändert das Wattenmeer rasant. Steigende Meeresspiegel, veränderte Sedimentströme und höhere Temperaturen bedrohen das empfindliche Gleichgewicht von Land und Meer. Viele Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Plastikmüll, Fischerei, Munitionsaltlasten, Phosphateinträge aus der Landwirtschaft, Erdölförderung, Leitungen und Schiffsverkehr vor den Küsten – die Liste der Eingriffe in das Ökosystem ist lang. Sie setzen das Wattenmeer zusätzlich unter Druck. Küsten- und Meeresschutz beginnt im Binnenland: Einträge von Nährstoffen, Schadstoffen und Müll über Flüsse in die Nordsee müssen reduziert werden.<br><br>
Problematisch für das Wattenmeer sind auch die ständigen Vertiefungen von Fahrrinnen und Ausbauten von Häfen. Je tiefer die Fahrrinnen und je größer die Häfen, desto höher der Unterhaltungsaufwand, um sie frei von Sedimentablagerungen zu halten und desto größer die Sedimentmengen, die anschließend wieder in der Nordsee verklappt werden. Sie stehen im Verdacht, neben Schadstoffeinträgen auch die natürliche Sedimentdynamik zu verändern und dadurch wertvolle Sandwattgebiete sowie Seegras- und Muschelvorkommen im Nationalpark Wattenmeer zu gefährden. Wir positionieren uns deshalb klar gegen weitere Flussvertiefungen an Elbe, Weser und Ems und unterstützen Konzepte für ein ökologisches Sedimentmanagement.<br><br>
Eine große Gefahr sind die vor Borkum geplanten Gas- und Ölförderungen gigantischen Ausmaßes. Mit dem von uns abgelehnten Utilarisierungsabkommen von Deutschland und den Niederlanden sollen unbegrenzt und zum Teil in Meeresschutzgebieten fossiles Gas und Öl am Rande unseres einzigartigen Weltnaturerbes gefördert werden. Dazu werden wir uns entschieden dagegenstellen und unterstützen die Menschen dabei an der Küste. Statt weiterer Umweltbelastungen braucht es einen konsequenten Schutz des Wattenmeeres und den schnellen, naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien als Antwort auf die Klimakrise. Deshalb sprechen wir uns klar gegen neue fossile Förderprojekte in besonders sensiblen Küsten- und Meeresräumen aus. Der Schutz sensibler Meeresökosysteme muss Vorrang vor kurzsichtigen, risikobehafteten Nutzungskonzepten der Öl- und Gasindustrie haben.<br><br>
Das Wattenmeer ist eine der wertvollsten Ökosystemlandschaften Europas und Weltnaturerbe. In diesem einzigartigen Lebensraum dürfen kurzfristige wirtschaftliche Interessen nicht dauerhafte ökologische Schäden rechtfertigen.<br><br><strong>Wasserverbrauch, Effizienz und Prioritätensetzung</strong><br><br>
Eine Wasserwende heißt auch: Wasser sparen und gerechter verteilen. In Zeiten von Dürre und regionaler Wasserknappheit dürfen Entnahmen nichtautomatisch fortgeführt werden. Landwirtschaft, Industrie, Energieproduktion und Kommunen müssen ihren Wasserverbrauch kritisch hinterfragen, reduzieren und die Nutzung effizienter gestalten.<br><br>
Mit dem neuen Niedersächsischen Wassergesetz stellen wir die Weichen für mehr Klimafolgenanpassung und Wassersicherheit. Kommunen können künftig eine verbrauchsorientierte Wasserpreisstaffel einführen – fair für alle, die sparsam mit der Ressource umgehen. Gleichzeitig stärken wir den Schutz unseres Trinkwassers, indem neue Erdgasbohrungen in Wasserschutzgebieten keine Genehmigung mehr erhalten.<br><br>
Bei der landwirtschaftlichen Feldberegnung stärken wir den Zusammenschluss von Landwirt*innen zu Beregnungsverbänden. Wo es Beregnungsverbände gibt, sollen keine Einzelgenehmigungen für Wasserentnahmen mehr erteilt werden. Und wir begrenzen die genehmigungsfreie Wasserentnahme aus Hofbrunnen. Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern werden zudem anzeigepflichtig. So kann die Wassernutzung besser koordiniert werden. Für den erneuerbaren und sparsamen Umgang mit Wasser bekommen Kommunen die Befugnis, sogenannte Zisternensatzungen zu erlassen, damit vermehrt Niederschlags- oder Grauwasser genutzt wird. So unterstützen wir Kommunen auf dem Weg zur Schwammkommune. In Dürrezeiten ist es für Kommunen wichtig, die Wasserentnahmen gemeinwohlorientiert steuern zu können. Wir sichern sie mit dem neuen niedersächsischen Wassergesetz rechtlich ab, wenn sie entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen.<br><br><strong>Wasserpolitik ist Zukunftspolitik</strong><br><br>
Für uns GRÜNE ist Wasserpolitik Kern einer enkeltaugliche Wasserpolitik. Dafür braucht es politischen Willen auf allen Ebenen, gesellschaftliche Unterstützung und klare Prioritäten, die Gemeinwohl, Ökosystemschutz und Klimaanpassung über kurzfristige Einzelinteressen stellen. Die Wasserpolitik des Bundes ist inkonsequent, lange nicht zureichend und traut sich nicht, Klarheit zu schaffen. Mit Zögern und Zaudern werden wir aber nicht dafür sorgen, dass dieses riesige Generationenthema endlich gut angegangen wird. Es braucht darum endlich gesetzliche Leitplanken, eine verlässliche Finanzierung und klare Prioritäten.<br><br>
Umso mehr zeigt sich in Niedersachsen, dass Grün den Unterschied macht. Wir wollen Niedersachsen zum Vorreiterland für eine nachhaltige, demokratisch legitimierte und zukunftsfähige Wasserpolitik machen. Für uns ist klar, dass wir das nur zusammen schaffen: Mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kommunen und allen, die Wasser als Lebensgrundlage erhalten wollen.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 11:06:41 +0200</pubDate>
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